Einmal B4 palatinal bitte

von Friedrich Sauer

B4 Palatinal

Das erste Bild ist zwei Jahre alt. Damals habe ich eine Versiegelung an diesem OK 2er empfohlen.

Der Fall erinnert mich an meine Uni-Zeit. Wir Studenten haben in der Chirurgie assistiert und der Oberarzt fragte plötzlich warum der OK 2er einer der häufigsten wurzelkanalbehandelten Zähne ist. Es sind diese kleinen palatinalen Gruben. Dieses Foramen caecum kann auch ein Hinweis auf eine Invagination sein, aber dies ist hier nicht der Fall.

Normalerweise hätte ich diesen Zahn einfach nur versiegelt und nicht viel gebohrt. Aber der Patient kam nach zwei Jahren wieder, weil es leichte Beschwerden gab. Aus diesem Grund habe ich die Verfärbung komplett entfernt, um sicherzugehen, dass es keine Pulpabeteiligung gibt. Nach dem Anätzen sieht man sehr gut, dass in der Mitte der Kavität Dentin vorhanden ist, während der Schmelz weißlich schimmert.

Verschlossen wurde das ganze nur mit einem transparenten Flow. In meinen Augen die beste Wahl, da so auf jeden Fall die Farbe immer stimmt.

Fazit

Ich werde manchmal gefragt, ob ich die Bilder unter dem Mikroskop machen. In diesem Fall habe ich wirklich mal ein Foto unter dem Mikroskop gemacht und das ist das Ergebnis. Die Bilder sehen bei mir unter dem Mikroskop einfach nicht gut aus.

Der andere Zweier hat auch eine Füllung bekommen. Nur die Klammer war eine andere.

Wie geht es weiter?

Vor knapp zwei Jahren habe ich über die Brinker B4 schon etwas geschrieben. Die Zeit vergeht schnell.

Und am Wochenende war die DGET-Tagung und da wird es bestimmt etwas vom Podcast Team geben.

 

Bis dahin Euer Blog Team von Saure Zaehne Punkt DE

Isoliert, Invertiert, Teflonisiert, Präpariert

von Friedrich Sauer

Isoliert, Invertiert, Teflonnisiert, Präpariert

Teflonisiert – mir war gar nicht klar, dass es dieses Wort wirklich gibt!

mit kofferdam Isoliert

Isoliert

mit Kofferdam Invertiert

Invertiert

mit Kofferdam Teflonisiert

Teflonisiert

Unter Kofferdam Präpariert

Präpariert

Fazit – Teflonisiert

Es ist noch nicht 100% offiziell – aber das Pfaff Institut in Berlin wird 2018 einen Kofferdamkurs anbieten. Der Fall selber ist noch so frisch, dass es noch keine endgültigen Bilder gibt. Nach dem Bild „Präpariert“ ist der Preendo Freihand aufgebaut worden inklusive Dentinversiegelung ala IDS oder IES (imeadeate Endodontic Sealing).

 

Wie geht es weiter?

OK, jetzt wurden zwei Teaser in einen Blogpost eingebaut, der im Prinzip nur aus Bilder besteht. Das Podcast Team muss mal wieder etwas hochladen und aufklären!

 

Bis bald auf Saure Zaehne DE

 

Bioclear – Komposit Spielzeug

David Clark von Bioclear ist schon ein Nummer für sich. Aber vieles von dem, was er sagt, macht Sinn. Angefangen vom Sandstrahlen, um den Biofilm zu entfernen, bis zur Höckerüberkuppelung und selektiver Kariesentfernung. Ich habe ihn schon in ein paar Dental Hacks Podcast erlebt, und er lebt sein System förmlich.

Das Video ist zwar Werbung, aber für ein kostenloses Video echt gut.


Fazit Bioclear

Es gibt ja alles von Bioclear. LED Lampen, Sandblaster, Kompositöfen… Die Keile machen auf jeden Fall Sinn. Ok ich geb’s zu, am liebsten hätte ich auch die Matrizen und Twinrings, aber das wird mir nicht einmal der Weihnachtmann bringen.

 

Wie geht es weiter?

Mittwochsbeiträge sind kurz und knapp. Ich hoffe, Ihr nehmt euch die 19 Minuten für das Video.

 

Bis Bald euer Team von Saurezaehne.de

Verflixte Randleiste – direkte Klasse I Post Endo Versorgung

von Friedrich Sauer

Verflixte Randleiste

Die verflixte Randleiste –  soll man sie stehen lassen oder irgendwie erhalten?

Auf dem Präop-Röntgenbild hatte ich gehofft, dieses Problem nicht zu haben. Denn vor jeder Endo muss man sich immer Gedanken machen, wie die Postendo-Versorgung aussehen soll. Klasse I Kavitäten brauchen keine Postendo-Versorgung, aber es kommt sehr darauf an, wie nah die Klasse I an der Randleiste ist. Beim Betrachten vom Röntgenbild hatte ich noch die leise Hoffnung, dass ich mir keine Gedanken darum machen muss. Denn der Patient wollte jede Postendo-Versorgung sehr weit in die Zukunft schieben.

Verflixte Randleiste

Die verflixte Randleiste verstärken?

Ich habe mich an einen Vortrag bei der Direct 2017 Konferenz erinnert und dort hat Mark Frater indirekt über dieses Thema gesprochen. Er hat Klasse II Kavitäten mit einem Glasfasernetz verstärkt und in seinen Versuchen gute bzw. sehr gute Ergebnisse bezüglich des Stabilitätsgewinns bekommen. Leider sind diese Ergebnisse bis heute noch nicht veröffentlicht. Ich finde es aber gut, so etwas im Hinterkopf zu haben, um es in diesem Fall anzuwenden.

Fazit verflixte Randleiste

Welche Materialien wurden hier verwendet?

  • Venus Flow CL
  • EverXposterior
  • Eversticknet
  • Essentia Universal

Ich selber finde ja, dass die Fissuren hier ruhig etwas tiefer sein könnten. In der Schrägansicht kann man das gut erkennen. Ich fand diese Perspektive am Anfang quatsch, aber jetzt weiß ich langsam, warum sie doch Sinn macht.

Wie geht es weiter?

Ich bin gerade an einer spannenden Aktion beteiligt. Das wird noch nicht verraten. Jeder, der auf Facebook unterwegs ist, wird es dann merken.

Bis bald auf SaureZaehne.de

Mehr Ferrule durch Kfo Extrusion

von Friedrich Sauer

Kfo Extrusion

Hier ist ein Fall einer KFO-Extrusion. Der ganze Fall hat von Anfang bis Ende 6 Monate gedauert. Man kann sich sicher streiten, ob hier ein Implantat nicht schneller gewesen wäre. In diesem Fall habe ich nicht die Erstberatung durchgeführt. Ich hätte diesen Zahn eher extrahiert. Meine Laune war auch nicht unbedingt besser, als die Kofferdamligatur den ganzen „Aufbau“ herruntergerissen hat.

Auf der anderen Seite sehe ich häufig, dass zu schnell zu Implantaten geraten wird, und gerade bei jüngeren Patienten (hier knapp unter 30) darf man sich schon die Frage stellen, wie lange so ein Implantat wirklich halten soll… Ich meine, wenn ich mir manche 10 oder 15 Jahresdaten anschaue, sind die natürlich alle gut, aber meine 6er sind auch schon über 15 Jahre im Mund und keiner kommt auf die Idee, mir das als super Erfolg zu verkaufen.

Ich bin kein Fan der Kfo-Extrusion. Denn es wird schnell ein Minusgeschäft, wenn die Brackets sich lösen. Hier wurde jedes einzelne Bracket an unterschiedlichen Terminen nochmals geklebt. Dazu kommt, dass ich selber auch keine Erfahrung im Bonden von Brackets habe, was sicher nicht unwichtig ist. Interessanterweise hat sich hier mein heißgeliebtes Optibond FL als eher unpraktisch gegenüber den Universaladäsiven bewiesen. Bei einer reinen Schmelzfläche macht einem das schon Gedanken, aber wenn es zum Debonding kam, dann immer zwischen Plastikbracket und Komposit. In der zweiten Runde wurden die Brackets dann auch noch mit Aluoxid bestrahlt und mit dem Universaladhäsiv vorbereitet.

KFO Extrusion – der Fall

KFO Extrusion – Der KFO Teil

Die Extrusionphase war ungefähr 5 Wochen lang und die Retensionsphase betrug 4 Wochen.

Kfo Extrusion

KFO Extrusion – der prothetische Teil

Nach Abschluss der Extrusion habe ich erst mit Komposit die Zahnform für das PV direkt im Mund modelliert. Dabei kann der Patient zwischendurch zusammenbeissen, und ich habe schon erste Okklusionskontakte im noch weichen Komposit. Danach wurde eine normaler PV-Abfromung durchgeführt, um ein PV herzustellen. Dadurch, dass das Weichgewebe bei der Extrusion mitextrudiert wurde, habe ich vor der PV-Erstellung eine kleinere Gingivektomie durchgeführt.

Vor dem Einsetztermin ist das PV abgefallen und wir hatten eine wunderbar reizlose Gingiva. Zementiert wurde mit Panavia.

Fazit KFO Extrusion

Die reinen Materialkosten sind bei dieser Kfo-Extrusion sehr gering. Der NiTi-Bogen und die Plastik Brackets sind im Vergleich zu den Materialkosten von der Magnetextrusion gering. Aber ich mag die Kfo-Extrusion irgendwie nicht. Eine chirugische Extrusion bzw. intentionelle Replantation wäre eindeutig schneller gewesen. Auch das Weichgewebe wäre bei einer chirurgischen Extrusion vorhersagbarer dort geblieben, wo es am Anfang auch war.

Wer mehr über die intentionelle Replantation wissen will, muss sich unbedingt diesen Artikel druchlesen (Gabriel Krastl, Roland Weiger, Andreas Filippi). Für ganz faule wurde der Artikel sogar als Podcast vertont.

 

Wie geht es weiter?

Intentionelle Replantation ist schon ein sehr spannendes Thema. Vielleicht ergibt sich mal die Indikation dafür.

Seid gespannt!

Euer Team von Saure Zaehne.de

Postendo Onlay Teilkrone

von Friedrich Sauer

Postendo Onlay Teilkrone

Meine Postendoversorgung der Wahl ist eine Onlay-Teilkrone. Ich fand es immer schade, dass man nach einer Endo den ganzen Schmelz zirkulär für eine Krone abträgt und den besten Adhäsionsbereich verliert. Kronen funktionieren natürlich gut, aber ein Onlay ist leichter zu erneuern als eine Krone. Die Abformung für ein Onlay ist auch leichter.

Der folgende Fall ist die Fortsetzung vom Guttapercha Fistel Blogpost.

Postendo Onlay Teilkrone – Die Modelle

Postendo Onlay Teilkrone

Postendo Onlay Teilkrone – Der klinische Teil

Das Provisorium ist bei Onlays immer das Hauptproblem. Ich nutze dafür Telio CS Onlay. Wir haben es in der Praxis zunächst nur für die Hugo Klaiber Matrizentechnik genommen, aber für Onlays ist es super. Wer genau auf das PV-Bild schaut, merkt, dass vestibulär das CS mit etwas Flow verblendet wurde, damit es nicht so auffällt im sichtbaren Bereich. Nach Sandstrahlung ist die mit Flow versiegelte Dentinoberfläche optimal vorbereitet für die nächsten adhäsiven Schritte. Der Workflow ist hier sehr von David Gerdolle inspiriert worden.

Das ganze ist nicht zu 100% unsichtbar, besonders wenn es um einen 4er geht, der ja quasi ein Frontzahn ist. Das untere Bild wurde nach knapp 20 Tagen aufgenommen. Der Patient wusste Bescheid, dass man einen Übergang an der Vestibulärfläche sehen kann. Jeder Zahnarzt muss hier selber entscheiden, wie erkennbar der Übergang ist.

Wer mehr über diesen Workflow wissen will muss, sich mal bei Dentinal Tubules das Video anschauen:


 

Wie geht es weiter

Die ESE in Brüssel steht vor der Tür. Die Chancen stehen sehr gut, dass es Podcast mässig dazu etwas geben.
Und der Mittwochsbeitrag ist auch schon in der Vorbereitung.

Seid gespannt!

Single Visit Revision

von Friedrich Sauer

Single Visit REvision

Single Visit Revision – also in einer Sitzung revidieren und abfüllen. Es gibt Zahnärzte, die nur Single Visits machen. In meinen Händen klappt es selten. Bei Revisionen hängt es immer davon ab, wie gut die alte Wurzelfüllung herausgeht und ob die Kanäle gängig sind.

 

Bei einem Röntgenbild mit zu kurzer Wurzelfüllung hat man entweder richtig Glück und kommt gut bis zum Apex oder es läuft richtig scheiße. Ich schreibe es so direkt, weil es manchmal iatrogene Gründe gibt, warum die WF zu kurz ist. Verblockungen, Stufen, Frakturen, Kalzifikationen und/oder extreme Krümmungen. Schreibt es in die Kommentare, wenn ich etwas vergessen haben sollte. Ein präoperatives DVT macht bei Revisionen fast immer Sinn. Eigentlich macht es immer Sinn, sobald der Zahn mehr als eine Wurzel hat und selbst bei den „Einwurzligen“ habe ich schon Ausnahmen von dieser Regel erlebt.

In diesem Fall kommt noch eines weiteres Problem dazu: Leakage! Man kann auf den Bildern schon erkennen, dass die Komposit-Füllung undicht ist. Das gute an Leakage ist manchmal, dass die alte WF dadurch leichter herausgeht. Schon beim leichten Sondieren trat Exsudat aus. Hier kam dann mein Lieblingsinstrument und meiner Meinung nach fast schon ein „Must have“ der Gutta Remover zum Einsatz. Es wäre natürlich zu schön, wenn die WF als Ganzes damit herausgegangen wäre, aber zusammen mit dem Micro Opener 30.02 war schon einmal das gröbste, ohne Einsatz von Hypo, raus. Ohne Hypo weil es zwar hier schon Sinn macht, ich aber noch nichts präendodontisch aufgebaut hatte. Denn Leakage und die damit verbundenen Biofilme sind doch das Hauptproblem in der Zahnmedizin, und hier will ich eine optimale Adhäsion haben.

Optimale Adhäsion heißt für mich Sandstrahlen mit 50 µm Aluoxid. Denn aus der PA wissen wir, dass Biofime sich nur mechanisch entfernen lassen. Selbst unser Ätzgel schafft es nicht, die Biofilme zu beseitigen. Außerdem mag ich mittlerweile sehr die matten Dentinflächen. Unter dem Mikroskop und diesem Makrobild kann man dann fast wie Baumringe das Alter und die Geschichte dieses Zahns erahnen. Man vergisst manchmal, dass Dentin lebendes Gewebe ist.

 

Ein Foto mit angelegter Matrize fand ich eine zeitlang als Zeitverschwendung. Aber wenn man sich dieses Foto mal in Ruhe anschaut, erkennt man viele kleiner Fehler. Ich konnte aufgrund der mesialen Kippung des 5ers nicht mit einem klassischen Keil arbeiten, sondern musste Teflon zum Abdichten nehmen. Sobald der Zahn mit Komposit aufgebaut wurde, geht es bei mit Hypo los. Das Foto selber wurde mit fertiger WF aufgenommen. Die Matrize ist eine 0,35 mm M mit subgingivalen Flügel von Tor VM.

 

 

Ich finde die angulierten Fotos von meiner fertigen Füllung immer etwas ernüchternd im Vergleich zu einem unberührten Zahn. Aber gegen die Natur kommt man nicht an.

Fazit – Single Visit REvision – Welche MAterialien wurden benutzt

Ich finde den restaurativen Teil immer etwas spannender als den Endo-Teil. Aber wenn der Titel schon endodontisch ist, fangen wir damit auch an

Endo Materialien:

  1. CM Feilen bis 50.04
  2.  XP Shaper und Finisher
  3. Endovac, Irri S und NaOCl 5,25%, CA 40%, CHX 2%
  4. Biokeramische WF mit 50.04er Mastercone

Resto Materialien von apikal nach coronal:

  1. GC Premio Bond
  2. Venus CL
  3. EverXposterior
  4. Everstick Net
  5. Essentia U und CV Flo
  6. Malfarbe Braun und Ochre

 

Wer sich jetzt fragt, wozu die Materialien Nummer drei und vier muss mal in den letzten Blog Fall reinschauen. Denn ich überkuppele sehr gerne schon bei der Präendo die Zähne. Aber bei einem 4er, der fast ein Frontzahn ist, sollte man vorher mit dem Patienten über eine solche Überkuppelung sprechen. Denn das kann sichtbar sein. Hier habe ich das leider vergessen zu besprechen und den Zahn mit einem Glasfasernetz zirkulär verstärkt. Das Ganze basiert auf einer immer noch nicht veröffentlichten Studie aus einem Vortrag, die ich beim letzten Direct Kongress gehört hatte. Die Werte für eine reine Verstärkung mit EverX waren nur etwas besser im Vergleich zur Komposit Verschluss Gruppe. Aber im Zusammenhang mit einem zirkulären Glasfasernetz wurden die Werte bei od und mod Kavitäten schlagartig besser, weil die Höckerauslenkung geringer war. Aber wie gesagt, die Studie dazu ist noch nicht veröffentlicht.

 

Wie geht es weiter?

In diesem Fall wurde ein Kompositinstrument benutzt, das ich sehr sinnvoll finde. Das wird bald ein kleiner Mittwochsartikel werden.

 

Seid gespannt! Euer Team von Saurezaehne.de

Molaren Endo Resto Workflow – Mein aktuelles 2017er Konzept

von Friedrich Sauer

Molaren Endo Resto Workflow

Wenn man sich den typischen Molaren Endo Resto Workflow anschaut, sind die Röntgenbilder immer langweilig. Kenner wissen natürlich, was für Arbeit hinter diesem Röntgenbild steckt.

 

Mit dem ersten klinischen Bild ist für mich der Ablauf klar.

Als erstes muss die provisorische Füllung und das Amalgam entfernt werden. Da die bukkale und palatinale Wand sehr dünn sind, ist für mich klar, dass diese Wände schon bei der Preendo überkuppelt werden müssen. Die spätere postendodontische Restauration muss ja schließlich auch mindestens ein Teilkronenonlay sein. Aus dem Röntgenbild wissen wir schon, dass distal die Am-Füllung einen Überhang hat und distale Füllungen an endständigen Zähne immer eine kleine Herausforderungen sind.

Ich arbeite immer mit Zahnseideligaturen und kürze die Ligatur nicht mehr, damit ich später noch die Chance habe sie festzuziehen. Anhand des Bildes kann man schön erkennen, dass dies nötig ist. Der seidenmatte Glanz des Dentins kommt vom Sandstrahlen mit Aluoxid. Danach erkennt man auch alle Kanaleingänge viel besser. Risse im Zahn werden auch dadurch sichtbar.

Endo Resto Workflow Endo Resto Workflow

Distal wurde die Matrizenproblematik mit einer Tor VM Matrize, Teflon und flüssigem Kofferdam gelöst. Mesial kam mein Lieblingsspannring zum Einsatz, die Matrize wurde zusätzlich mit Teflon an den Zahn adaptiert. Was man auf diesem Bilder nicht sieht, ist, dass ich auch den Kavitätenboden im Bereich der Wurzelkanaleingänge mit einem transparenten Flow abgedeckt habe, bevor NaOCl zum Einsatz kam. Das Ganze nennt sich IES und ist eine Variante vom IDS, auf das ich später eingehe.

Zum Ende vom ersten Termin sieht das ganze so aus. Das Risiko einer Wand Fraktur wurde aufgrund der Teilkronenartigen Gestaltung erstmal minimiert. In der Mitte vom Zahn schimmert es absichtlich etwas blau durch.

Molaren Endo Resto Workflow 2. Termin

 

Der zweite Termin beginnt gleich mit einer Überraschung. Eine Überraschung die ich mittlerweile aktiv bei Provisorien nutze, die hier aber unbeabsichtigt war. Die Zahnseideligatur ist ein effektives Mittel zur atraumatischen Entfernung von Kronen. Eine Zahnseide EKR.

IES - immediate Endodontic sealing

Der Hauptteil der Aufbereitung und Spülung erfolgt in der Zweiten Sitzung. Ich nutze hauptsächlich CM Feilen („controlled Memmory Files“) die biegbar sind. Spülung erfolgte hier mit NaOCl 5,25%, Zitronensäure 40% und CHX2%. Die Desinfektion wurde unterstützt durch Ultraschallaktivierung mit Irri S und Endovac.

Die Wurzelfüllung selber finde ich eher unwichtig, sie erfolgt bei mir in Single Cone Technik mit biokeramischem Sealer. Ich finde es wichtiger, die WF eher so tief wie möglich abzuschmelzen und mit einem Flow zu verschließen. Wenn der Boden der Zugangskavität vorher bereits mit Flow versiegelt wurde, erwarte ich weniger Nebenwirkungen vom NaOCl. Denn 55% Adhäsionsverlust durch Hypo-Nutzung sind schon eine Ansage. Interessanter Weise ist die Literatur sich darüber gar nicht so einig, aber das liegt eher daran, dass oft nicht zwischen „Kavitätentoilette“ und Endo-Spülung unterschieden wird. IES – Immediate Endodontic Sealing. Über IES wird es vielleicht einen DGET-Kurzvortrag vom Blogkollegen geben. Die Bestätigung dafür steht noch aus.

Die Zugangskavität habe ich mit Cl Flow, EverXposterior, CV Flo und Essentia Universal verschlossen. Aufgrund der geringen Zahnrestsubstanz habe ich die Wände der Zugangskavität mit dem Eversticknet zirkulär verstärkt. Die Implantatkrone wurde unter Kofferdam mit Temp Bond zementiert.

Fazit Molaren Endo Resto Workflow

Posteendodontisch halte ich hier eine Onlay-Teilkrone für am sinnvollsten. Mesial ist noch Schmelz vorhanden und eine Vollkronenpräp würde die bereits dünnen bukkalen und palatinalen Wände vollständig entfernen. Mb2-Liebhaber im Blog werden diesen Kanal auf jeden Fall vermissen. Hätte ich nicht vor der Behandlung ein DVT zur Verfügung gehabt, hätte ich fast schon Gewissensbisse diesen Fall hier hochzuladen. Die Db Wurzel ist mit der Pal Wurzel verschmolzen. Die Mb Wurzel ist dagegen untypisch schlank.

Wie geht es weiter?

Wir von SaureZähne wollen demnächst probieren während der Woche einen kleinen Artikel hochzuladen. Das sind entweder Podcasts, Videos oder Online Fortbildungen, die wir gut fanden. Oder auch Produkte, die wir lieben und täglich nutzen.

Seid gespannt

 

Euer Team von Saure Zaehne

Kofferdam, Ligatur und Teflon

von Friedrich Sauer

Ligatur und Teflon

Im Blog gibt es einen Artikel über die doppelte Zahnseideligatur. Diese Ligatur an sich hat schon sehr viel Power. Auf dem Berliner Kofferdamkurs hat Stephane Browet gezeigt, wie man den Retraktionseffekt der Ligatur noch mit Teflon verstärken kann.

initial nach Anästhesie

initial nach Anästhesie

Isolation mit Ligatur

Isolation mit Ligatur

Ligatur und Teflon

Ligatur und Teflon – Hallo Kronenrand

Ich war selber etwas überrascht über diese freie Sicht auf den Kronenrand. Selbstverständlich hätte man hier auch eine Butterfly Klammer oder eine Brinker B4 nehmen können. Aber an diesem Zahn ist auch eine Revision geplant. Ich finde die Röntgenbilder schöner, wenn keine Klammer vorhanden ist, aber dies ist wohl eher Geschmackssache.

Fazit Ligatur und Teflon

Welche Materialien wurden hier genutzt:

  • Nik Tone Kofferdam
  • Glide Zahnseide
  • Tesa Stop Water Tape (ist sterilisierbar)

Wie geht es weiter?

Kofferdam isolation kann man nur im Hands On Kurs lernen. Es wird also Zeit mal einen zu besuchen?

 

Seid gespannt!

 

Euer Team von Saurezaehne.de

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