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XP-Shaper – Fazit nach ein paar Einsätzen

Von Friedrich Sauer

XP- Shaper

Den XP-Shaper habe ich auf der 2017er IDS kennengelernt und finde dieses Instrument sehr spannend. Im Gegensatz zu anderen bin ich anfällig für Werbung und probiere gerne neue Dinge aus, damit mir nicht langweilig wird. Dann bilde ich mir ein, in bestimmten klinischen Situationen genau dieses spezielle Instrument zu brauchen, um erfolgreich zu sein. Sehr Naiv, aber diese „AHA“ Momente hatte ich beim Fragremover und bei dem XP Finisher. Dieser Fall von einem UK 6er war mein persöhnlicher Shaper Moment.

Mein XP-Shaper Moment

Es passiert mir manchmal, dass ich mit meiner 40.04er Feile auf Länge bin und die Mastercones nicht runter gehen. Ich mache in solchen Fällen dann trotzdem weiter mit dem Röntgenbild, denn ich will genau wissen wo der Stopp ist. Normalerweise hätte ich dann nochmal die 40.04er Feile genommen oder wäre vielleicht eine Größe weiter gegangen. Aber meine 8er C-Pilot Feile sagte mir schon zu Beginn der Behandlung, dass dies kein einfacher Zahn ist. Die Hyflex CM Feilen haben mir auch ähnliche Rückmeldungen gegeben. Ich habe also den Shaper genommen um herauszufinden, ob ich nun mit dem gleichem Mastercone auf meine Länge komme.

XP-Shaper

Fazit XP Shaper

 Es ist schon faszinierend, dass nach 30 Sekunden pro Kanal XP Shaper die Mastercones wunderbar auf die Länge geglitten sind. Das erinnert mich an Micro CT Bilder mit den vielen Isthmus-Verblockungen aufgrund des Debrisabtrags der Feilen. Ich kann hier natürlich nicht sagen, ob dies der Grund war, aber ist sicher kein unwichtiger Faktor. Ich setze mittlerweile den XP Shaper gerne bei Revisionen ein. Nicht als initiale Feile sondern um Sealer/Guttareste von den Dentinwänden zu bekommen. Etwas wo ich sonst viel mit Ultraschall und Micro Debridern gearbeitet habe.

Ich bin mal gespannt wie lange der Shaper der „einzige“ seiner Art bleibt. Die SAF hat zwar eine komplett andere Wirkungsweise, aber ist am ehesten vergleichbar mit dem Shaper.
Also Fazit: das Ding ist schon sehr cool aber für knapp 32€ inkl. Steuer pro Feile ist schon eine Ansage.

Ein Beitrag nur mit Röntgenbildern?

Eine SaureZaehne.de Beitrag der nur aus Röntgenbildern besteht? Hier sind die Bilder vom Fall:

everxposterior

Wer hat den Riss vor dem Sandstrahlen gesehen? Hier kam auch wieder das Glasfasernetz aus dem Fall von letzter Woche zu Einsatz. Das Post Endo Onlay wurde auch zügig geplant.

Wie geht es weiter?

Die letzten Beiträge waren alle sehr Endo lastig. Vielleicht sollte die Podcastabteilung mal etwas hochladen zum Thema Karies und die ewige Frage, wieviel man entfernen soll. Seid gespannt.

 

Euer Team von Saure Zähne

Posted by Georg in Endo, Von Zahnärzten für Zahnärzte, 0 comments

Molaren Endo Resto Workflow – Mein aktuelles 2017er Konzept

von Friedrich Sauer

Molaren Endo Resto Workflow

Wenn man sich den typischen Molaren Endo Resto Workflow anschaut, sind die Röntgenbilder immer langweilig. Kenner wissen natürlich, was für Arbeit hinter diesem Röntgenbild steckt.

 

Mit dem ersten klinischen Bild ist für mich der Ablauf klar.

Als erstes muss die provisorische Füllung und das Amalgam entfernt werden. Da die bukkale und palatinale Wand sehr dünn sind, ist für mich klar, dass diese Wände schon bei der Preendo überkuppelt werden müssen. Die spätere postendodontische Restauration muss ja schließlich auch mindestens ein Teilkronenonlay sein. Aus dem Röntgenbild wissen wir schon, dass distal die Am-Füllung einen Überhang hat und distale Füllungen an endständigen Zähne immer eine kleine Herausforderungen sind.

Ich arbeite immer mit Zahnseideligaturen und kürze die Ligatur nicht mehr, damit ich später noch die Chance habe sie festzuziehen. Anhand des Bildes kann man schön erkennen, dass dies nötig ist. Der seidenmatte Glanz des Dentins kommt vom Sandstrahlen mit Aluoxid. Danach erkennt man auch alle Kanaleingänge viel besser. Risse im Zahn werden auch dadurch sichtbar.

Endo Resto Workflow Endo Resto Workflow

Distal wurde die Matrizenproblematik mit einer Tor VM Matrize, Teflon und flüssigem Kofferdam gelöst. Mesial kam mein Lieblingsspannring zum Einsatz, die Matrize wurde zusätzlich mit Teflon an den Zahn adaptiert. Was man auf diesem Bilder nicht sieht, ist, dass ich auch den Kavitätenboden im Bereich der Wurzelkanaleingänge mit einem transparenten Flow abgedeckt habe, bevor NaOCl zum Einsatz kam. Das Ganze nennt sich IES und ist eine Variante vom IDS, auf das ich später eingehe.

Zum Ende vom ersten Termin sieht das ganze so aus. Das Risiko einer Wand Fraktur wurde aufgrund der Teilkronenartigen Gestaltung erstmal minimiert. In der Mitte vom Zahn schimmert es absichtlich etwas blau durch.

Molaren Endo Resto Workflow 2. Termin

 

Der zweite Termin beginnt gleich mit einer Überraschung. Eine Überraschung die ich mittlerweile aktiv bei Provisorien nutze, die hier aber unbeabsichtigt war. Die Zahnseideligatur ist ein effektives Mittel zur atraumatischen Entfernung von Kronen. Eine Zahnseide EKR.

IES - immediate Endodontic sealing

Der Hauptteil der Aufbereitung und Spülung erfolgt in der Zweiten Sitzung. Ich nutze hauptsächlich CM Feilen („controlled Memmory Files“) die biegbar sind. Spülung erfolgte hier mit NaOCl 5,25%, Zitronensäure 40% und CHX2%. Die Desinfektion wurde unterstützt durch Ultraschallaktivierung mit Irri S und Endovac.

Die Wurzelfüllung selber finde ich eher unwichtig, sie erfolgt bei mir in Single Cone Technik mit biokeramischem Sealer. Ich finde es wichtiger, die WF eher so tief wie möglich abzuschmelzen und mit einem Flow zu verschließen. Wenn der Boden der Zugangskavität vorher bereits mit Flow versiegelt wurde, erwarte ich weniger Nebenwirkungen vom NaOCl. Denn 55% Adhäsionsverlust durch Hypo-Nutzung sind schon eine Ansage. Interessanter Weise ist die Literatur sich darüber gar nicht so einig, aber das liegt eher daran, dass oft nicht zwischen „Kavitätentoilette“ und Endo-Spülung unterschieden wird. IES – Immediate Endodontic Sealing. Über IES wird es vielleicht einen DGET-Kurzvortrag vom Blogkollegen geben. Die Bestätigung dafür steht noch aus.

Die Zugangskavität habe ich mit Cl Flow, EverXposterior, CV Flo und Essentia Universal verschlossen. Aufgrund der geringen Zahnrestsubstanz habe ich die Wände der Zugangskavität mit dem Eversticknet zirkulär verstärkt. Die Implantatkrone wurde unter Kofferdam mit Temp Bond zementiert.

Fazit Molaren Endo Resto Workflow

Posteendodontisch halte ich hier eine Onlay-Teilkrone für am sinnvollsten. Mesial ist noch Schmelz vorhanden und eine Vollkronenpräp würde die bereits dünnen bukkalen und palatinalen Wände vollständig entfernen. Mb2-Liebhaber im Blog werden diesen Kanal auf jeden Fall vermissen. Hätte ich nicht vor der Behandlung ein DVT zur Verfügung gehabt, hätte ich fast schon Gewissensbisse diesen Fall hier hochzuladen. Die Db Wurzel ist mit der Pal Wurzel verschmolzen. Die Mb Wurzel ist dagegen untypisch schlank.

Wie geht es weiter?

Wir von SaureZähne wollen demnächst probieren während der Woche einen kleinen Artikel hochzuladen. Das sind entweder Podcasts, Videos oder Online Fortbildungen, die wir gut fanden. Oder auch Produkte, die wir lieben und täglich nutzen.

Seid gespannt

 

Euer Team von Saure Zaehne

Posted by Georg in Endo, Kofferdam, Komposit, Von Zahnärzten für Zahnärzte, 0 comments