Komposit

Molaren Endo Resto Workflow – Mein aktuelles 2017er Konzept

von Friedrich Sauer

Molaren Endo Resto Workflow

Wenn man sich den typischen Molaren Endo Resto Workflow anschaut, sind die Röntgenbilder immer langweilig. Kenner wissen natürlich, was für Arbeit hinter diesem Röntgenbild steckt.

 

Mit dem ersten klinischen Bild ist für mich der Ablauf klar.

Als erstes muss die provisorische Füllung und das Amalgam entfernt werden. Da die bukkale und palatinale Wand sehr dünn sind, ist für mich klar, dass diese Wände schon bei der Preendo überkuppelt werden müssen. Die spätere postendodontische Restauration muss ja schließlich auch mindestens ein Teilkronenonlay sein. Aus dem Röntgenbild wissen wir schon, dass distal die Am-Füllung einen Überhang hat und distale Füllungen an endständigen Zähne immer eine kleine Herausforderungen sind.

Ich arbeite immer mit Zahnseideligaturen und kürze die Ligatur nicht mehr, damit ich später noch die Chance habe sie festzuziehen. Anhand des Bildes kann man schön erkennen, dass dies nötig ist. Der seidenmatte Glanz des Dentins kommt vom Sandstrahlen mit Aluoxid. Danach erkennt man auch alle Kanaleingänge viel besser. Risse im Zahn werden auch dadurch sichtbar.

Endo Resto Workflow Endo Resto Workflow

Distal wurde die Matrizenproblematik mit einer Tor VM Matrize, Teflon und flüssigem Kofferdam gelöst. Mesial kam mein Lieblingsspannring zum Einsatz, die Matrize wurde zusätzlich mit Teflon an den Zahn adaptiert. Was man auf diesem Bilder nicht sieht, ist, dass ich auch den Kavitätenboden im Bereich der Wurzelkanaleingänge mit einem transparenten Flow abgedeckt habe, bevor NaOCl zum Einsatz kam. Das Ganze nennt sich IES und ist eine Variante vom IDS, auf das ich später eingehe.

Zum Ende vom ersten Termin sieht das ganze so aus. Das Risiko einer Wand Fraktur wurde aufgrund der Teilkronenartigen Gestaltung erstmal minimiert. In der Mitte vom Zahn schimmert es absichtlich etwas blau durch.

Molaren Endo Resto Workflow 2. Termin

 

Der zweite Termin beginnt gleich mit einer Überraschung. Eine Überraschung die ich mittlerweile aktiv bei Provisorien nutze, die hier aber unbeabsichtigt war. Die Zahnseideligatur ist ein effektives Mittel zur atraumatischen Entfernung von Kronen. Eine Zahnseide EKR.

IES - immediate Endodontic sealing

Der Hauptteil der Aufbereitung und Spülung erfolgt in der Zweiten Sitzung. Ich nutze hauptsächlich CM Feilen („controlled Memmory Files“) die biegbar sind. Spülung erfolgte hier mit NaOCl 5,25%, Zitronensäure 40% und CHX2%. Die Desinfektion wurde unterstützt durch Ultraschallaktivierung mit Irri S und Endovac.

Die Wurzelfüllung selber finde ich eher unwichtig, sie erfolgt bei mir in Single Cone Technik mit biokeramischem Sealer. Ich finde es wichtiger, die WF eher so tief wie möglich abzuschmelzen und mit einem Flow zu verschließen. Wenn der Boden der Zugangskavität vorher bereits mit Flow versiegelt wurde, erwarte ich weniger Nebenwirkungen vom NaOCl. Denn 55% Adhäsionsverlust durch Hypo-Nutzung sind schon eine Ansage. Interessanter Weise ist die Literatur sich darüber gar nicht so einig, aber das liegt eher daran, dass oft nicht zwischen „Kavitätentoilette“ und Endo-Spülung unterschieden wird. IES – Immediate Endodontic Sealing. Über IES wird es vielleicht einen DGET-Kurzvortrag vom Blogkollegen geben. Die Bestätigung dafür steht noch aus.

Die Zugangskavität habe ich mit Cl Flow, EverXposterior, CV Flo und Essentia Universal verschlossen. Aufgrund der geringen Zahnrestsubstanz habe ich die Wände der Zugangskavität mit dem Eversticknet zirkulär verstärkt. Die Implantatkrone wurde unter Kofferdam mit Temp Bond zementiert.

Fazit Molaren Endo Resto Workflow

Posteendodontisch halte ich hier eine Onlay-Teilkrone für am sinnvollsten. Mesial ist noch Schmelz vorhanden und eine Vollkronenpräp würde die bereits dünnen bukkalen und palatinalen Wände vollständig entfernen. Mb2-Liebhaber im Blog werden diesen Kanal auf jeden Fall vermissen. Hätte ich nicht vor der Behandlung ein DVT zur Verfügung gehabt, hätte ich fast schon Gewissensbisse diesen Fall hier hochzuladen. Die Db Wurzel ist mit der Pal Wurzel verschmolzen. Die Mb Wurzel ist dagegen untypisch schlank.

Wie geht es weiter?

Wir von SaureZähne wollen demnächst probieren während der Woche einen kleinen Artikel hochzuladen. Das sind entweder Podcasts, Videos oder Online Fortbildungen, die wir gut fanden. Oder auch Produkte, die wir lieben und täglich nutzen.

Seid gespannt

 

Euer Team von Saure Zaehne

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Podcast #4 #Generation Zahnarzt Podcast #Komposit

von Friedrich Sauer

Komposit Podcast

Wir haben uns in den letzten Folgen vom Generation Zahnarzt Podcast mit Endodontie Curricula, Gehalt angestellter Zahnärzte und anderen zahnmedizinischen Blogs im Internet beschäftigt. Es wird also höchste Zeit über etwas alltägliches wie Komposit zu sprechen. Wir beide habe Erfahrungen mit Kompositen wie  Venus Diamont, Amaris, HRI, Tetric Evo Ceram und GC geanial Flo gesammelt. Wenn man sich über Komposit unterhält, spricht man automatisch etwas über Adhäsivsysteme, Kofferdam, Matrizensysteme und Modellierinstrumente.

 

Download Komposit Podcast

 

Hier geht es direkt zum Download.

Wenn Ihr es Euch im Browser anhören wollt, dann klickt hier.

Friedrich Sauer hat parallel dazu einen schönen Fall in die Facebookgruppe Dentalfamilie gestellt. Blogstammleser werden diesen Fall von ihm schon kennen.

 

Fazit?

Also wenn Ihr noch nicht die TorVM Teilmatrizen kennt, dann hat sich der Podcast schon für Euch gelohnt. Unter www.geko-dental.de könnt Ihr sie bestellen. Ich nehme immer die 0,35 mm in hart, aber das muss jeder für sich selber herausfinden.

Wie geht es weiter?

Ich bin gerade auf einer Konfenrenz in Sibiu, Rumänien bei der es nur um direkte Komposite geht. Ich kann diesen Kongress jetzt schon für 2018 empfehlen. Diesmal ist Jordi hier als Referent und er ist der Hammer.

Komposit ist also immer wieder ein Thema hier und vielleicht auch Thema vom nächsten Blog post.

 

Bis Bald auf SaureZaehne.de

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Komposit Klasse II mit Höckerüberkuppelung

von Friedich Sauer

Höckerüberkuppelung bei Komposit?

In der Theorie ist Höckerüberkuppelung einfach. Sobald die Dicke eines Höckers 2 mm unterschreitet, probiere ich, diesen Höcker zu überkuppeln. Im Keramikbereich sind sich die Kollegen der AG Keramik leider schon nicht einig. Warum sollte man es also im Komposit machen?

Ein spannendes Argument dafür habe ich auf einem Vortrag von Markus Lenhard gehört. Im Bereich der Höckerspitzen sind die Schmelzprismen senkrecht und somit verliert man 50% „Bond strength“. Sein Tip war also „Finger weg von den Höckerspitzen“. Wenn man sich alte  Komposite ansieht, ist dies durchaus eine Schwachstelle. Auch Claus-Peter Ernst empfiehlt eine Höckerüberkuppelung.

Auf Fotos sieht das Komposit auf jeden Fall mit einer Überkuppelung besser aus, weil man keinen Übergang erkennen kann. Im Endo- bis Präendo-Bereich machz eine komplette direkte Teilkrone aus Komposit alleine aus Frakturprophylaxe schon Sinn, wenn die Wände sehr dünn sind. Besonders wenn die spätere Post-Endo-Empfehlung eine TK ist, kann man diese auch schon vorrübergehend in Komposit machen. Wir wissen ja teilweise nie, wann die Patienten zur Post-Endo-Resto wiederkommen.

bukkale Höckerüberkuppelung im OK

img_3317 - Komposit Klasse II

Initial – okklusal durchgekautes GIZ

img_3321 - Komposit Klasse II

Höckerüberkuppelung bukkal nach GIZ Ex

img_3328 - Komposit Klasse II

GC Flo CV für den Dentinkern

img_3329 - Komposit Klasse II - Höckerüberkuppelung

fertige Höckerüberkuppelung

Durch die Bilder habe ich einen Fehler distal entdeckt, der mir bei der Behandlung nicht aufgefallen ist. Ich hätte distal doch nicht freihand arbeiten dürfen, sondern eine Matrize nehmen müssen. So hätte ich wahrscheinlich die Stufe vermeiden können. Beim nächsten Termin muss ich diese Stelle nochmal checken. Aber dank Aluoxid kann man ja problemlos dort etwas an das komposit antragen.

Bei endständigen Zähnen ist das Anlegen einer Matrize sehr spannend, doch dank „dental Facebook“ findet man viele Ideen dies Problem zu lösen. Die Tor VM Sattel Matrizen lösen dieses Problem recht schnell. Wenn man dann noch dies mit einer zusätzlichen Teilmatrize und Teflon kombiniert, hat man sogar einen Keileffekt und kaum Überschüsse. Aber darüber muss ich mal in Ruhe schreiben.

Wie geht es weiter?

In dem Fall hier steckt auch wieder eine kleine Überraschung. Aber das wäre wieder ein eigenständiger Blogpost. Im Dezember hat auch das Saure Zähne Team ein paar andere Termine.

 

Bis bald!

PS:Happy Advent!

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Klasse II Komposit

von Friedrich Sauer

Klasse II Komposit

Dass das Klasse II Komposit nach Klasse I Komposit kommt war doch fast schon zu erwarten, oder?

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Klasse II Komposit

Klasse II Komposit

Klasse II Komposit fertigstellung

Klasse II Komposit Fertigstellung

Fazit

In diesem Fall ist eine kleine Überraschung versteckt. Aber heute geht es nur um die Klasse II. Leider gibt mein Spiegel gerade etwas den Geist auf, alleine zu diesem Thema kann man ein Blogeintrag schreiben und viel Geld ausgeben.

Folgende Materialien wurden hier verwendet:

  • Cerkamed Blue Etch
  • Optibond FL
  • Venus CL
  • GC Flo CV
  • Tetric Evo Ceram A3
  • Micerium enamel plus hfo stain braun und weiß
  • Tor VM Matrize M 0,35mm
  • Palodent V3 Keil mittel
  • Garrison XR Spannring

 

Wie geht es weiter?

Als nächstes müsste eine Klasse III hier kommen, aber der Wurzelspitze Blog hört auf! Bzw. die Jungs bloggen nicht mehr regelmäßig, was ich sehr schade finde. Zwar hatte HaWi Anfang des Jahres schon angekündigt, dass er aufhört, aber dass dies eine kleine Kettenreaktion in Gang setzt, hätte ich nicht erwartet.

Also seid gespannt!

Euer Team von SauereZaehne.de

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Klasse I Komposit

von Friedrich Sauer

Klasse I Komposit

Klasse I Komposit Füllungen erinnern mich an einen Spruch von Prof. Klaiber: „Eine Klasse I Füllung ist wie malen nach Zahlen“.

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Fazit

Malen nach Zahlen? Klappt leider nicht immer…
Folgende Materialien wurden hier verwendet:

  • Cerkamed Blue Etch
  • Optibond FL
  • Venus CL
  • GC Flo CV
  • Tetric Evo Ceram A3
  • Micerium enamel plus hfo stain braun

 

Wie geht es weiter?

Komposit ist ein sehr schönes Material. Das wird immer mal wieder ein Thema hier sein.

Bis bald auf SaureZaehne.de

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Transparentes Flow

von Friedrich Sauer

Transparentes Flow

Wozu braucht man transparantes Flow? Meine Überlegung war, damit die Wuzelkanaleingänge abzudecken. Lichthärtung ist ja immer ein Problem in tiefen Kavitäten und normalerweise werden auch noch extra weiße oder sogar farbige Komposite dafür verwendet. Aber das Licht der Polymerirationslampe kommt durch diesen extra opaken Komposit auch nicht mehr durch. Nach dem Abstandsquadratgesetz verrgingert sich mit zunehmender Entfernung von der Lichtquelle die Intensität des Lichts im Quadrat. Bei transparentem Flow ist dies immer noch gleich, aber wenigistens hat das Licht noch die Chance in der Tiefe zu polymerisieren.

Welche Hersteller verkaufen transparentes Flow?

Auf einer Messe habe ich die üblichen Komposithersteller angesprochen und es gibt kaum transparente Flows. Bei meiner Recherche habe ich nur Trans30 von Ivoclar und Venus CL von Haereus gefunden. Bulk Fill Flows kommen nicht in Frage, weil diese nicht transparent genug sind. Selbst SDR ist noch zu opak.

Ich habe Trans30 und Venus CL getestet. Trans30 ist für den inzisalen Halo gedacht und leider auch nicht transparent genug. Venus CL ist hier besser, aber es ist schon komisch, dass ich keine weiteren Hersteller dafür gefunden haben. Zwar hat Minicerum eine transparente Malfarbe, aber die HFO Flow-Spritzen laufen bei mir ständig aus. Da man den möglichen Sinn von transparentem Flow nicht wirklich erklären kann, ist hier ein kleines Video dazu.


Fazit transparentes Flow

Ich finde Venus CL sehr praktisch. Wenn man aber einen Zahn mit transparentem Flow teilweise verschliesst und später wieder öffnen, muss man sich etwas umgewöhnen. Denn es ist erstmal alles dunkel, was ungewohnt ist und man genau überlegen muss, wo man hinbohren will. Aber wenn man dann schon 2 mm vorher die roten Guttaperchapunkte der WF sieht, ist die Anspannung weg.

In meinen Augen ist transparentes Flow im Bereich der Fissurenversiegelung noch sehr praktisch, da man vielleicht sieht, ob die Versiegelung Randundichtigkeiten hat. Auch bei der Trilaminar Komposit-Schicht-Technik hat dieses Flow einen Sinn zur Emulation der „DEJ“. Jason Smithson nutzt Venus CL, dase es auch als normales Komposit gibt, für seine „palatinalal shells“.

Wie geht es weiter?

Über Flow zu reden, ist schon eher etwas detailverliebt… Am Wochenende waren wir unterwegs auf Fortbildungskongressen, da geht es allgemeiner bzw oberflächlicher zu. Vielleicht berichten wir mal davon.

 

Euer Team von Saure Zähne

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Noninvasive Restauration nach dem Genfer Konzept

Von Friedrich Sauer

Noninvasive Restauration

Wenn ich über eine noninvasive Restauration spreche, meine ich keine Non Prep Veneers, sondern ICON! Die Idee, eine Karies zu infiltrieren und zu arretieren, ist gut. Auf einer BuFaTa in Kiel habe ich vor fünf Jahren einen Workshop von den beiden ICON Jungs mitgemacht.

Das Icon Set besteht aus Icon Etch (Salzsäure), Icon dry (Ethanol) und dem Infitrant.

Durch die 5 Jahresdaten, die es gibt, kann man sagen, dass die Kariesinfiltration funktioniert. Jedoch hat Icon ein Problem: es ist eine reine Privatleistung und kann nicht als MKV abgerechnet werden. Dazu kostet ein Set an sich recht viel (pro Set ca. 42 € netto). Alles Dinge, die mich hemmen, Icon öfter zu benutzen.

Es ist aber auch irgendwie schade, dass es keine Icon Alternative gibt bzw. bisher mir keine bekannt war. Es gibt einen ZWP Artikel von Prof. Krecji von 2015 der eine Alternative beschreibt, aber die Überschrift ist mit „Der Zahnarzt ist ein Dienstleister und kein Künstler“ etwas zu allgemein gefasst. Erst auf seinem Genfer Konzept Workshop habe ich gelernt, wie man die Karies ohne Icon infiltrieren kann.

ICON alternative?

Diesen 5er beobachte und fluoridiere ich schon seit einem Jahr. Auf direkten Luftzug zieht es immer noch in diesem Zwischenraum.

Genfer Konzept noninvasive Restauration - initial

 

Das Röntgenbild zeigt eine Schmelzkaries. Hier wirkt es sogar so, alsob diese eingebrochen wäre inklusive Dentinkaries, aber ich glaube, dass das Röntgenbild in diesem Fall übertreibt. Mit Zahnseide und optisch ist kein Einbruch des Schmelzes sichtbar. Für Icon wäre dies eine optimale Indikation, aber ich habe nach dem Genfer Konzept eine nichtinvasive, adhäsive Kompositfüllung angefertigt.

Noninvasive restauration - röntgenbild

Nach Isolation ersetzen zwei Dinge die Icon Salzsäure: ein Aluoxidmetallstreifen und Phosphorsäure. Mit dem Aluoxidstreifen entfernen wir unter dem Kontaktpunkt die Biofilme und die hypermineralisierten oberflächliche Schmelzschicht.

Genfer Konzept noninvasive Restauration - isolation

Die Phosphorsäure bereitet uns den Approximalraum für die Kompositfüllung vor und wird mit Zahnseide aktiviert bzw. einmassiert.

Genfer Konzept noninvasive Restauration - phosphorsäure

Ich finde, dass man auf dem Bild mit der Phosphorsäure aufgrund des Kontrasts gut die Initialläsion sehen kann. Die nächsten Schritte sind die Trocknung des Approximalraums mit Ethanol. Dann lässt man Scotchbond Universal für drei Minuten einwirken und aktiviert es wie bei der Ätzung mit ungewachster Zahnseide. Danach wird mit einen Microapplikator das GC Flow (G-ænial Universal Flo, GC) in den Approximalraum gebracht und mit Zahnseide verteilt. Die Überschüsse werden mit einem neuen Appikator entfernt und die Flowschicht mit einem Luftbläser nochmal ausgedünnt.

Bisher wurde noch keine Lichthärtung durchgeführt! Damit der Approximalraum nicht verblockt, wird ein Metallstreifen in den Zwischenraum gelegt und es erfolgt eine Lichthärtung von 40 Sekunden pro Fläche unter Glyceringel (Inox, Cerkamed).

Nichtinvasive adhäsive Kompositfüllung

Zum Schluss werden mit optischer Vergrösserung die Kompsitüberschüsse entfernt.

Genfer Konzept noninvasive Restauration - vor überschussentfernung

Fazit – Noninvasive Restauration

Wie hoch sind hier die Materialkosten? Im Vergleich zu Icon mit ca. netto 40 € pro Set gering. Wenn ein Universaladhäsiv in der Praxis noch nicht vorhanden ist, muss man dafür 60 € (3M Scotchbond Universal) einplanen. Die empfohlenen GC Metallstrips mit der 1000er Körnung kosten im 12er Pack nochmal 50 € netto. Das Glyceringel Inox 10 €. Phosphorsäure hat man in der Praxis, genauso wie Ethanol, Kofferdam, Appikatoren und Zahnseide. Dadurch, dass es sich hier genau genommen um eine Kompositfüllung handelt, kann man diese auch laut KZV und Kammer Berlin ganz normal als F1 MKV abrechnen. Soweit zu den Vorteilen.

Ein Nachteil, der auch beim Icon vorhanden ist, ist, dass man es auf dem Röntgenbild nicht erkennen kann. Prof Krecji kontrolliert solche approximalen Versiegelungen mit der Diagnocam von Kavo nach bzw. die DH macht dies für Ihn und er vergleicht nur die Fotos. Ein Nachteil gegenüber Icon könnte auch sein, dass man in diesem Konzept immer beide Zwischenräume versiegeln muss. Mit Icon ist man dann selektiver.

Noninvasive Restaurationen können auf jeden Fall den „Redentistry Circle“ verlangsamen und können in jeder Praxis angewendet werden. Ich bin auf jeden Fall begeistert!

Wie geht es weiter?

Ich glaube, man muss ein Video zu diesen nichtinvasiven, adhäsiven Kompositfüllungen produzieren, damit man die einzelnen Schritte richtig versteht. Vielleicht machen wir das ja mal oder es ist vielleicht schon in Arbeit. Seid gespannt!

 

Euer Team von Saure Zaehne

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Bioemulation Trilaminar-Komposittechnik: erste Versuche

von Friedrich Sauer

Bioemulation trilaminar-Komposittechnik

Die Trilaminar-Komposittechnik, die vom Bioemulation Gründer Gianfranco Politano gepusht wird, ist faszinierend. Das Konzept dahinter ist einfach. Das Tri in Trilaminar steht für drei Schichten, aus dem der Zahn aufgebaut ist. Dentin, Dentin-Enamel-Junction (DEJ) und der Schmelz.

Das Dentinkomposit sollte möglichst dunkel sein, denn die Farbe des Zahnes kommt aus dem Dentin. Die DEJ ist eine transparente Schicht und der Schmelz kann hier sehr tranzluzent sein damit er die Farbe des Dentinkerns widergibt.

Ein Trilaminar Fall

typische Berliner Komposit Füllung

typische Berliner Komposit Füllung

Ich habe diese Füllung mal eine typische Berliner Kompositfüllung genannt, aber sie kann in jeder Stadt vorkommen. Warum seht ihr im nächsten Bild.

berliner unterfüllung

Berliner Unterfüllung

Es ist eine Kompositfüllung mit einer Harvard Unterfüllung. Ich verstehe auch nicht, warum manche Zahnärzte dies heute noch so machen, komplett out of date! Bis Mitte der 90iger war dies vielleicht ok, aber seitdem gibt es Optibond FL, ein funktionierendes Dentinadhäsiv.

distale box aufgebaut

distale box aufgebaut

Kenner sehen natürlich gleich, dass sich etwas am Nik Tone Kofferdam geändert hat. Ich hatte erst keine Ligatur am 48er und mit flüssigem Kofferdam abgedichtet. Jedoch war das nicht dicht genug und hat mich genervt. Kofferdamligaturen sind einfach ein Traum und das Arbeiten wird durch gute Isolation entspannter für mich. In diesem Bild wurde der Kavitätenboden schon mit einem transparenten Flow (Venus CL) abgedichtet.

trilaminar komposit technik

Dentinkern mit GC CV

Die Schicht der Trilaminar Technik mache ich mit dem GC Flo CV (GC G-ænial Universal Flo CV). Aufgrund der Schmelzdicke von unter 1,5 mm mache ich in solchen Fällen gleich eine direkte Kompositteilkrone inklusive Höckerüberkuppelung. Zum „Emulieren“ der DEJ habe ich hier ein transparentes Flow aufgetragen (Venus CL). Ob dieser Schritt ästhetisch wirklich etwas bringt, weiss ich noch nicht, aber daduch bekommt der dunkle Dentinkern nochmal eine Runde Licht ab. Denn zu wenig Lichhärtung gibt es bei Komposit nicht. Wichtig: der Dentinkern orientiert sich am natürlichen Dentin und der ist konkav, klappt hier nicht zu 100%, aber dies ist anders im Gegensatz zu anderen Schichttechniken.

trilaminar Komposit technik post op

direkt post op

Als letztes kommt die Schmelzschicht. Ich habe hier ein Tetric Evo Ceram A3 genommen. Der Schmelz sollte bei der Trilaminar Technik ruhig 1,5 mm dick sein, damit noch Kapazitäten beim Einschleifen drin sind. Ausserdem sind die natürlichen Schmelzschichten im Seitenzahn auch in diesem Bereich. Genau genommen ist das Tetric A3 keine optimale trilaminare Schmelzschicht. Aber ich muss erstmal meine A3 Vorräte aufbrauchen und steige dann vielleicht auf GC Essentia JE (Junior Enamel) um. Ich habe mit diesem Material schon bei einem Komposit Kurs von Stephane Browet gearbeitet und fand es gut.

trilaminar Komposit technik nachkontrolle

Nachkontrolle nach einer Woche

Die Idee der Bioemulationtechnik ist, dass das dunkle Dentin durch die Fissuren durchscheint. Denn dort ist die Schmelzschicht am dünnsten. Ich habe hier aber mit etwas brauner Malfarbe von Loser (HFO Stain Brown) nachgeholfen.

Fazit

Das wichtigste für mich ist, dass eine ästhetische Komposittechnik im Seitenzahnbereich nicht mehr Zeit kostet. Ich liebe mitlerweile das GC Flo und kann nicht mehr ohne arbeiten. Die Röntgenopazität ist aber leider eher im Dentinbereich. Das sorgt für etwas gewöhnungsbedürftige Röntgenbilder, besonders wenn das sehr röntgenopake Venus CL als DEJ mit eingesetzt wird.

Wenn man auf das transparente Flow verzichtet, heisst diese Technik dann nur Bilaminar Technik.

Nächste Woche werde ich einen Fall inklusive Röntgenbild hochladen. Bis dahin wünsche ich Euch noch eine schöne Woche.

 

Euer SaureZaehne.de Team

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Komposittunneltechnik mit Einjahresrecall

von Friedrich Sauer

Komposit Tunneltechnik

Ich mag die Tunneltechnik und finde es schön, wenn man mal eine Primärbehandlung hat, die Randleiste erhalten zu können. Ein Kumpel von mir hat Prof Frankenberger mal gefragt, wie die Datenlage dazu ist. In den 70iger wurde es anscheinend mit Glasinomerzement untersucht mit katastrophales Ergebnissen. Mit Komposit klappt es jedoch.

Ein kleiner Fall

Komposit Tunneltechnik initial

16 mesiale Karies

frisch getunnelter Zahn

Zugang zum Defekt

Komposit Tunneltechnik mit individualisiertem spannring

mit angelegtem „custom Ring“

Komposit Tunneltechnik fertiggestellt

Fertigstellung

Komposit Tunneltechnik einjahres Recall

knappes Einjahresrecall

Ich hatte hier nach Anlegen des Kofferdams einen „Custom Ring“ angefertigt, der leider auf einer Seite frakturiert ist. Der Fehler war, dass ich ihn eingespannt nicht in der Kofferdam Zange belassen hatte. Wenn die beiden Seiten sich berühren, dann bricht eine, spätestens beim Anlegen weg. Zum Glück brauchte ich diesen individualisierten Spannring nicht. Der Kontaktpunkt war so stramm, so dass ich nur ein Matrizenband dazwischen bekommen habe.

Fazit – Tunneltechnik

Dieses Ergebnis hat mich positiv überrascht. Ich schaffe es leider nicht immer, meine eigenen Fälle nachzukontrollieren, freue mich aber über jedes Bild.

Auf den nächsten Recall!

Das Saure Zaehne.de Team

 

Ps: Mehr Informationen zum Custom Ring gibt es unter dem Link auf Styleitaliano, wo sonst.

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Dental Hacks – Ein Podcast von amerikanischen Zahnärzten

von Friedrich Sauer

Life Hacks – Dental Hacks

Dental Hacks ist ein Podcast, also eine selbstproduzierte Radiosendung von zwei amerikanischen Zahnärzten. Knapp jede Woche gibt es eine neue Folge und mittlerweile sind es über 100 Sendungen. Zeit für ein Fazit, denn ich habe mir alle angehört.

Zunächst aber zuerst zu dem Format an sich. Jede Sendung besteht aus einem Interview und einer Gruppendiskusion, dem Brain Trust. Die Interviews sind immer mit Personen, die die beiden in irgendeiner Form gut finden oder für Zahnärzte interessant sind. Vom Praxis Coach über Laboreigentümer bis niedergelassenem Zahnarzt ist alles dabei. Der Brain Trust sind befreundete Zahnärzte, die pro Folge über ein beliebiges Thema sprechen. Also viel Personal, Praxisformen und Praxismanagment.

Ich finde es schwer, den Podcast genau zu beschreiben. Oft driften die beiden Betreiber vom Thema ab und erst dadurch wird dieser Podcast spannend. Auch spannend ist, dass wir deutschen Zahnärzte mehr Gemeinsamkeiten mit den Amerikanern haben, als wir denken. Zahnmedizinisch sind die USA nicht unbedingt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

  1. Es gibt zum Beispiel Budgetierungen durch private Krankenkassen, die Selektivverträge mit den Einzelpraxen haben. Da werden gerne mal die abgrechneten Röntgenbilder überprüft, ob diese auch auswertbar waren und dann rückwirkend gekürzt.
  2. In manchen Bundesstaaten ist es für Zahnärzte unmöglich ein DVT zu betreiben.
  3. Teilweise ist auch die Anzahl der möglichen angestellten Dentalhygenikerinnen beschränkt.
  4. Falschabechnung kann im amerikanischen Medicaid-System zu Gefängnisstrafen führen, das FBI steht dann plötzlich in der Praxis und verhaftet den Zahnarzt.

Also nichts mit alle zahlen Cash und das war es.

Meine Top Dental Hacks Episoden

Ich warne Euch vor, es wird Komposit lastig. Die beiden Zahnärzte haben sich auf einem Kompositkurs kennengelernt. Ich habe auch ein Detail vergessen zu erwähnen, jedes Interview wird über zwei Folgen ausgestrahlt, damit man bei guten Interviews eine Woche qualvoll warten kann.

CBCT and the Dental Implant Standard of Care with Dr. Scott Ganz

Wir beginnen mal mit Scott Ganz, Folge 68 und 69. Der hat in den 80igern schon navigiert implantiert und dachte, dass es in 5- 10 Jahren jeder macht. Ja richtig gehört, in der 80igern in der Zeit vor DVTs mit CTs navigiert implantiert. Es ist also nichts neues.

Ich selber implantiere nicht und es reizt mich auch kaum, aber die Folge ist spannend.

Tbone says: “stop doing fillings and crowns!”

Jede Folge mit Tbone ist gut! Sehr krasser Typ. Es geht hier darum, dass Zahnärzte aus ihrer Routine ausbrechen müssen, um besser zu werden und die Routine heisst nunmal Kronen und Füllungen. Diese Folge ist auch eine Sonderepisode gewesen.

Dr. Jason Smithson on Success with Composite Dentistry

Es geht los mit Komposit. Allen Mead und Jason Lipscomp, die beiden Zahnärzte, haben sich auf einem Jason Smithson Kurs kennengelernt. Der Typ ist einfach der Hammer, er ist bekannt für hyperrealistische Kompositfüllungen und so gut, dass er bald hier auch einen eigenen Blogpost bekommen wird. Allen Mead ist auch ein absoluter Kompositfan und vergöttert fast schon Jason Smithson. Jason Smithson ist übrigens Brite und wurde durch Dentaltown bekannt.

Hier ist der Link zu Folge 78. Dieses Interviews wurde untypischerweise nicht auf zwei Folgen verteilt.

Dr. Buddy Mopper and the Birth of Cosmetic Dentistry

Buddy Mopper, laut den Dentalhacks eine lebende Legende für kosmetische Zahnmedizin in den USA, hat als Kinderzahnarzt angefangen. Er war somit einer der ersten, die mit Komposit in Berührung kamen, um frakturierte Frontzähen wieder aufzubauen. Ein Problem, dass man damals nur mit Kronen lösen konnte. Buddy ist einer der Gründer von Cosmodent und die Webinare, die er gibt, lohnen sich alleine schon. Er hat wie Jason Smithson die komplette Folge Nummer 89 bekommen.

“Composite is Heaven or Hell” with Dr. David Clark

Wenn Du denkst, Du weisst alles über Komposit, aber noch nicht den Namen David Clark gehört hast… Kein Scherz, dieser Zahnarzt ist abgedreht gut. Er ist der Mann hinter den Bioclear Matrizen System und von der Injection Molding Technik. Wenn Ihr von beiden Dingen noch nichts gehört habt, dann müsst Ihr erstmal das Interview hören, Folge 82 und 83. Bei Dentinaltubules gibt es auch ein gefühlt 8stündigen Mitschnitt von einem Hands On Kurs in London. Danach versteht man vielleicht Injection Molding. Tja, Komposit ist wirklich Himmel oder Hölle.

When the Hacks meet the Geniuses

Mal kein Komposit sondern Cerec. Hier habe ich zuerst von dem Cerec Speed Zem Ofen erfahren, der Zirkonbrücken in einer Sitzung ermöglicht. Noch vor einem Cerec Dental Depot Vertreter. Der wahre Star von Folge 88 ist aber Mike Ditolla. Ein toller Redner, der auch in Folge 101 nochmal über Cerec redet.

Wer kein Bock auf Cerec hat, muss sich die Folgen 14 und 13 anhören. Dort hat er noch in einem der größten Dentallaboren der USA gearbeitet und spricht über die geheime Sprache der Zahntechniker.

Composite porn with Dr. Art Volker, Dr. Steve Kuzmak and Dr. Matt Costa

Composite Porn? Umgangsprachlich sind die Jungs mit Komposit so gut wie ein Porno. Alle geben Kompositkurs, reden über alles mögliche und es ist irgendwie spannend. Es ist Folge 60.

Serhad Köken beim Brain TRust

Serhad hat es sogar schon in dieses Blog geschafft und in den internationalen Dental Hacks Braintrust. Wer mal mehr über seinen Background erfahren will muss sich Folge 71 und 73 anhören.

Fazit – Dental Hacks?

Es gibt noch mehr gute Folgen von den beiden, bisher habe ich keine doppelt gehört. Aber nach über 100 Folgen werde ich in ein paar von dieser Liste reinhören. Ok, Jason Smithson ist ganz oben auf der Liste.

Bis Bald auf SaureZaehne.de

 

PS: Zum Abschluss dann mal eine typische Berliner Kompositfüllung, die in jeder deutschen Stadt auftreten kann.

typische berliner Komposit Füllung für Dental Hacks

typische Berliner Kompositfüllung

typische berliner Komposit unterfüllung

typische Berliner Kompositunterfüllung

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