Kofferdam

Postendo Onlay Teilkrone

von Friedrich Sauer

Postendo Onlay Teilkrone

Meine Postendoversorgung der Wahl ist eine Onlay-Teilkrone. Ich fand es immer schade, dass man nach einer Endo den ganzen Schmelz zirkulär für eine Krone abträgt und den besten Adhäsionsbereich verliert. Kronen funktionieren natürlich gut, aber ein Onlay ist leichter zu erneuern als eine Krone. Die Abformung für ein Onlay ist auch leichter.

Der folgende Fall ist die Fortsetzung vom Guttapercha Fistel Blogpost.

Postendo Onlay Teilkrone – Die Modelle

Postendo Onlay Teilkrone

Postendo Onlay Teilkrone – Der klinische Teil

Das Provisorium ist bei Onlays immer das Hauptproblem. Ich nutze dafür Telio CS Onlay. Wir haben es in der Praxis zunächst nur für die Hugo Klaiber Matrizentechnik genommen, aber für Onlays ist es super. Wer genau auf das PV-Bild schaut, merkt, dass vestibulär das CS mit etwas Flow verblendet wurde, damit es nicht so auffällt im sichtbaren Bereich. Nach Sandstrahlung ist die mit Flow versiegelte Dentinoberfläche optimal vorbereitet für die nächsten adhäsiven Schritte. Der Workflow ist hier sehr von David Gerdolle inspiriert worden.

Das ganze ist nicht zu 100% unsichtbar, besonders wenn es um einen 4er geht, der ja quasi ein Frontzahn ist. Das untere Bild wurde nach knapp 20 Tagen aufgenommen. Der Patient wusste Bescheid, dass man einen Übergang an der Vestibulärfläche sehen kann. Jeder Zahnarzt muss hier selber entscheiden, wie erkennbar der Übergang ist.

Wer mehr über diesen Workflow wissen will muss, sich mal bei Dentinal Tubules das Video anschauen:


 

Wie geht es weiter

Die ESE in Brüssel steht vor der Tür. Die Chancen stehen sehr gut, dass es Podcast mässig dazu etwas geben.
Und der Mittwochsbeitrag ist auch schon in der Vorbereitung.

Seid gespannt!

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Molaren Endo Resto Workflow – Mein aktuelles 2017er Konzept

von Friedrich Sauer

Molaren Endo Resto Workflow

Wenn man sich den typischen Molaren Endo Resto Workflow anschaut, sind die Röntgenbilder immer langweilig. Kenner wissen natürlich, was für Arbeit hinter diesem Röntgenbild steckt.

 

Mit dem ersten klinischen Bild ist für mich der Ablauf klar.

Als erstes muss die provisorische Füllung und das Amalgam entfernt werden. Da die bukkale und palatinale Wand sehr dünn sind, ist für mich klar, dass diese Wände schon bei der Preendo überkuppelt werden müssen. Die spätere postendodontische Restauration muss ja schließlich auch mindestens ein Teilkronenonlay sein. Aus dem Röntgenbild wissen wir schon, dass distal die Am-Füllung einen Überhang hat und distale Füllungen an endständigen Zähne immer eine kleine Herausforderungen sind.

Ich arbeite immer mit Zahnseideligaturen und kürze die Ligatur nicht mehr, damit ich später noch die Chance habe sie festzuziehen. Anhand des Bildes kann man schön erkennen, dass dies nötig ist. Der seidenmatte Glanz des Dentins kommt vom Sandstrahlen mit Aluoxid. Danach erkennt man auch alle Kanaleingänge viel besser. Risse im Zahn werden auch dadurch sichtbar.

Endo Resto Workflow Endo Resto Workflow

Distal wurde die Matrizenproblematik mit einer Tor VM Matrize, Teflon und flüssigem Kofferdam gelöst. Mesial kam mein Lieblingsspannring zum Einsatz, die Matrize wurde zusätzlich mit Teflon an den Zahn adaptiert. Was man auf diesem Bilder nicht sieht, ist, dass ich auch den Kavitätenboden im Bereich der Wurzelkanaleingänge mit einem transparenten Flow abgedeckt habe, bevor NaOCl zum Einsatz kam. Das Ganze nennt sich IES und ist eine Variante vom IDS, auf das ich später eingehe.

Zum Ende vom ersten Termin sieht das ganze so aus. Das Risiko einer Wand Fraktur wurde aufgrund der Teilkronenartigen Gestaltung erstmal minimiert. In der Mitte vom Zahn schimmert es absichtlich etwas blau durch.

Molaren Endo Resto Workflow 2. Termin

 

Der zweite Termin beginnt gleich mit einer Überraschung. Eine Überraschung die ich mittlerweile aktiv bei Provisorien nutze, die hier aber unbeabsichtigt war. Die Zahnseideligatur ist ein effektives Mittel zur atraumatischen Entfernung von Kronen. Eine Zahnseide EKR.

IES - immediate Endodontic sealing

Der Hauptteil der Aufbereitung und Spülung erfolgt in der Zweiten Sitzung. Ich nutze hauptsächlich CM Feilen („controlled Memmory Files“) die biegbar sind. Spülung erfolgte hier mit NaOCl 5,25%, Zitronensäure 40% und CHX2%. Die Desinfektion wurde unterstützt durch Ultraschallaktivierung mit Irri S und Endovac.

Die Wurzelfüllung selber finde ich eher unwichtig, sie erfolgt bei mir in Single Cone Technik mit biokeramischem Sealer. Ich finde es wichtiger, die WF eher so tief wie möglich abzuschmelzen und mit einem Flow zu verschließen. Wenn der Boden der Zugangskavität vorher bereits mit Flow versiegelt wurde, erwarte ich weniger Nebenwirkungen vom NaOCl. Denn 55% Adhäsionsverlust durch Hypo-Nutzung sind schon eine Ansage. Interessanter Weise ist die Literatur sich darüber gar nicht so einig, aber das liegt eher daran, dass oft nicht zwischen „Kavitätentoilette“ und Endo-Spülung unterschieden wird. IES – Immediate Endodontic Sealing. Über IES wird es vielleicht einen DGET-Kurzvortrag vom Blogkollegen geben. Die Bestätigung dafür steht noch aus.

Die Zugangskavität habe ich mit Cl Flow, EverXposterior, CV Flo und Essentia Universal verschlossen. Aufgrund der geringen Zahnrestsubstanz habe ich die Wände der Zugangskavität mit dem Eversticknet zirkulär verstärkt. Die Implantatkrone wurde unter Kofferdam mit Temp Bond zementiert.

Fazit Molaren Endo Resto Workflow

Posteendodontisch halte ich hier eine Onlay-Teilkrone für am sinnvollsten. Mesial ist noch Schmelz vorhanden und eine Vollkronenpräp würde die bereits dünnen bukkalen und palatinalen Wände vollständig entfernen. Mb2-Liebhaber im Blog werden diesen Kanal auf jeden Fall vermissen. Hätte ich nicht vor der Behandlung ein DVT zur Verfügung gehabt, hätte ich fast schon Gewissensbisse diesen Fall hier hochzuladen. Die Db Wurzel ist mit der Pal Wurzel verschmolzen. Die Mb Wurzel ist dagegen untypisch schlank.

Wie geht es weiter?

Wir von SaureZähne wollen demnächst probieren während der Woche einen kleinen Artikel hochzuladen. Das sind entweder Podcasts, Videos oder Online Fortbildungen, die wir gut fanden. Oder auch Produkte, die wir lieben und täglich nutzen.

Seid gespannt

 

Euer Team von Saure Zaehne

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Podcast #4 #Generation Zahnarzt Podcast #Komposit

von Friedrich Sauer

Komposit Podcast

Wir haben uns in den letzten Folgen vom Generation Zahnarzt Podcast mit Endodontie Curricula, Gehalt angestellter Zahnärzte und anderen zahnmedizinischen Blogs im Internet beschäftigt. Es wird also höchste Zeit über etwas alltägliches wie Komposit zu sprechen. Wir beide habe Erfahrungen mit Kompositen wie  Venus Diamont, Amaris, HRI, Tetric Evo Ceram und GC geanial Flo gesammelt. Wenn man sich über Komposit unterhält, spricht man automatisch etwas über Adhäsivsysteme, Kofferdam, Matrizensysteme und Modellierinstrumente.

 

Download Komposit Podcast

 

Hier geht es direkt zum Download.

Wenn Ihr es Euch im Browser anhören wollt, dann klickt hier.

Friedrich Sauer hat parallel dazu einen schönen Fall in die Facebookgruppe Dentalfamilie gestellt. Blogstammleser werden diesen Fall von ihm schon kennen.

 

Fazit?

Also wenn Ihr noch nicht die TorVM Teilmatrizen kennt, dann hat sich der Podcast schon für Euch gelohnt. Unter www.geko-dental.de könnt Ihr sie bestellen. Ich nehme immer die 0,35 mm in hart, aber das muss jeder für sich selber herausfinden.

Wie geht es weiter?

Ich bin gerade auf einer Konfenrenz in Sibiu, Rumänien bei der es nur um direkte Komposite geht. Ich kann diesen Kongress jetzt schon für 2018 empfehlen. Diesmal ist Jordi hier als Referent und er ist der Hammer.

Komposit ist also immer wieder ein Thema hier und vielleicht auch Thema vom nächsten Blog post.

 

Bis Bald auf SaureZaehne.de

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Genfer Konzept – The Geneva Concept

von Friedrich Sauer

Genfer Konzept

Ich finde das Genfer Konzept für noninvasive Restauration sehr spannend. Aber trotz aller Minimalinvasivität ist das Interesse anderer Zahnärtze daran gering. Vielleicht sind Klasse I Restaurationen auch einfach für viele zu langweilig. Aber das gute an einem Blog ist ja auch, dass man machen kann was man will.

Also dieser Fall ist für Euch, langweilige Zahnerhalter!

Genfer Konzept Klinischer Fall: Klasse I mit Stempel und Co

 



Zugegeben, diese Karies ist schon groß, aber es gibt keine Schmelzeinbrüche an diesem Zahn. Klassischer Weise würde ich hier wie eine Klasse II vorgehen und mesial mindestens überkuppeln.

Genfer Konzept

Genfer Konzept mit Politurstreifen

So, nachdem der Zugang hier rein okklusal ist, habe ich mit 1000er schleifpapier die Biofilme entfernt und eine hyperflouridierte Schmelzschicht.

initial lateral

initial okklusal

60 s mit einem dünnflüssigem Ätzgel (Kerr Etchand)



Dank des fehlenden 6ers gibt es hier keinen Apporixmalkontakt. Dies erleichtert natürlich sehr die Isolation vom Nachbarzahn mit Teflon und flüssigem Kofferdam.

Teflon und Wassertropfen



Das Universaladhäsiv, hier Scotchbond Universal, wirkt drei Minuten ein. Danach kommt zur Versiegelung eine dünne Schicht GC Flo CV rauf. Das Ganze wird mit Zahnseide einmassiert.

Cerkamed Inox Glyceringel

Cerkamed Inox Glyceringel



Das Glyceringel, Cerkamed Inox, dient hier zur Verhinderung der Sauerstoffinhibitionsschicht. Da die Füllung hier sehr dünn ist, macht dies Sinn.

Style Italiano Stempel technik



Der Stempel besteht aus flüssigem Kofferdam und einem Microbrush.

Überschussentfernung

 

Ansicht Okklusal 4 Wochen später

laterale Ansicht 4 Wochen

Die letzten beiden Bilder sind die Nachkontolle vier Wochen später.

Fazit

Folgende Materialien wurden hier verwendet:

Genfer Konzept Teil:

  • GC Metal Strips Gelb 1000er Körnung
  • Kerr Gel Etchand
  • Ethanol
  • 3M Scotchbond Universal
  • Teflon
  • Lydenti flüssiger Kofferdam
  • GC Flo CV
  • Cerkamed Inox

Resto Teil:

  • Nic Tone Heavy Kofferdam
  • 3M Scotchbond Universal
  • Kerr Gel Echand
  • 3M Scotchbond Universal
  • Venus CL
  • GC Flo CV
  • Tetric Evo Ceram A3
  • HFO Malfarbe braun

 

Wie geht es weiter?

Ich habe noch eine Podcastfolge, die veröffentlich werden will. Es geht da um Komposit! Und wenn wir schon bei Komposit sind: ich habe neue Komposit-Malfarben von Ivoclar bekommen: Braun, Weiß, Ochre und Honig. Erstes Fazit: bei Ivoclar Flow läuft nicht so viel aus wie bei HFO. Aber das Braun ist deutlich dunkler als das HFO Braun. Ochre könnte die Allroundmalfarbe werden. Seid gespannt.

 

Euer Team von Saure Zähne und dem Zahnarzt Podcast Generation Z

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Komposit Klasse II mit Höckerüberkuppelung

von Friedich Sauer

Höckerüberkuppelung bei Komposit?

In der Theorie ist Höckerüberkuppelung einfach. Sobald die Dicke eines Höckers 2 mm unterschreitet, probiere ich, diesen Höcker zu überkuppeln. Im Keramikbereich sind sich die Kollegen der AG Keramik leider schon nicht einig. Warum sollte man es also im Komposit machen?

Ein spannendes Argument dafür habe ich auf einem Vortrag von Markus Lenhard gehört. Im Bereich der Höckerspitzen sind die Schmelzprismen senkrecht und somit verliert man 50% „Bond strength“. Sein Tip war also „Finger weg von den Höckerspitzen“. Wenn man sich alte  Komposite ansieht, ist dies durchaus eine Schwachstelle. Auch Claus-Peter Ernst empfiehlt eine Höckerüberkuppelung.

Auf Fotos sieht das Komposit auf jeden Fall mit einer Überkuppelung besser aus, weil man keinen Übergang erkennen kann. Im Endo- bis Präendo-Bereich machz eine komplette direkte Teilkrone aus Komposit alleine aus Frakturprophylaxe schon Sinn, wenn die Wände sehr dünn sind. Besonders wenn die spätere Post-Endo-Empfehlung eine TK ist, kann man diese auch schon vorrübergehend in Komposit machen. Wir wissen ja teilweise nie, wann die Patienten zur Post-Endo-Resto wiederkommen.

bukkale Höckerüberkuppelung im OK

img_3317 - Komposit Klasse II

Initial – okklusal durchgekautes GIZ

img_3321 - Komposit Klasse II

Höckerüberkuppelung bukkal nach GIZ Ex

img_3328 - Komposit Klasse II

GC Flo CV für den Dentinkern

img_3329 - Komposit Klasse II - Höckerüberkuppelung

fertige Höckerüberkuppelung

Durch die Bilder habe ich einen Fehler distal entdeckt, der mir bei der Behandlung nicht aufgefallen ist. Ich hätte distal doch nicht freihand arbeiten dürfen, sondern eine Matrize nehmen müssen. So hätte ich wahrscheinlich die Stufe vermeiden können. Beim nächsten Termin muss ich diese Stelle nochmal checken. Aber dank Aluoxid kann man ja problemlos dort etwas an das komposit antragen.

Bei endständigen Zähnen ist das Anlegen einer Matrize sehr spannend, doch dank „dental Facebook“ findet man viele Ideen dies Problem zu lösen. Die Tor VM Sattel Matrizen lösen dieses Problem recht schnell. Wenn man dann noch dies mit einer zusätzlichen Teilmatrize und Teflon kombiniert, hat man sogar einen Keileffekt und kaum Überschüsse. Aber darüber muss ich mal in Ruhe schreiben.

Wie geht es weiter?

In dem Fall hier steckt auch wieder eine kleine Überraschung. Aber das wäre wieder ein eigenständiger Blogpost. Im Dezember hat auch das Saure Zähne Team ein paar andere Termine.

 

Bis bald!

PS:Happy Advent!

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Klasse II Komposit

von Friedrich Sauer

Klasse II Komposit

Dass das Klasse II Komposit nach Klasse I Komposit kommt war doch fast schon zu erwarten, oder?

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Klasse II Komposit

Klasse II Komposit

Klasse II Komposit fertigstellung

Klasse II Komposit Fertigstellung

Fazit

In diesem Fall ist eine kleine Überraschung versteckt. Aber heute geht es nur um die Klasse II. Leider gibt mein Spiegel gerade etwas den Geist auf, alleine zu diesem Thema kann man ein Blogeintrag schreiben und viel Geld ausgeben.

Folgende Materialien wurden hier verwendet:

  • Cerkamed Blue Etch
  • Optibond FL
  • Venus CL
  • GC Flo CV
  • Tetric Evo Ceram A3
  • Micerium enamel plus hfo stain braun und weiß
  • Tor VM Matrize M 0,35mm
  • Palodent V3 Keil mittel
  • Garrison XR Spannring

 

Wie geht es weiter?

Als nächstes müsste eine Klasse III hier kommen, aber der Wurzelspitze Blog hört auf! Bzw. die Jungs bloggen nicht mehr regelmäßig, was ich sehr schade finde. Zwar hatte HaWi Anfang des Jahres schon angekündigt, dass er aufhört, aber dass dies eine kleine Kettenreaktion in Gang setzt, hätte ich nicht erwartet.

Also seid gespannt!

Euer Team von SauereZaehne.de

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Victor Guerrero und individualisierte Kofferdamklammern

von Friedrich Sauer

Victor Guerrero

Kennt jemand von Euch Victor Guerrero?

Ich finde, er steht mit seinen Bildern auf Facebook Kofferdam-Cracks wie Maxim Belograd und Stephane Browet in Nichts nach. Er gibt viele Isolationskurse in ganz Südamerika und praktiziert/wohnt in Lima, Peru. Seine individualisierten Kofferdam Klammern sind der Hammer und wem das Facebook Album Directas nicht umhaut, der sollte sich mal sein Preps Album anschauen. Da es hier ja um Kofferdam geht, darf sein Album Aislamiento auch nicht fehlen.

Leider kann man diese Bilder nur als „FB“ Nutzer sehen. Aber ich kann jedem nur einen FB-Zugang empfehlen. Alleine für diese Bilder lohnt es sich.

induvidualisierte Kofferdamklammern (Bildrechte: Victor Guerrero)

induvidualisierte Kofferdamklammern (Bildrechte: Victor Guerrero)

 

Kofferdam Gallerie

Die Klammern, die mich bei Victor am meissten beeindruckt haben, sind die individualisierten 212 Klammern. Diese Klammern sind echte Alleskönner und ein Traum für schwierige Isolationsfälle. Im Endobereich sind überkronte Zähne oft ein Problem, das mit dieser Klammer gelöst werden kann. Im ZE-Bereich sind sie auch interessant zur Zementierung von Einzelkronen oder Brücken. Am meisten werden sie im Klasse V Kompositfüllungsbereich eingesetzt. Hier sind ein paar Impressionen.

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Wie geht es weiter?

Victor Guerro nach Deutschland für einen Kurs zu bekommen, wäre ein Traum! Mit Stephane Browet hat es ja schon geklappt und der Kurs im März 2017 ist jetzt schon ausgebucht. Also wer hat Bock Victor zu sehen? Er ist 2017 vielleicht in Spanien, das könnte die Chance sein.

 

Euer Team von Saure Zaehne.de

 

PS: Interessenten für einen potentiellen Kurs einfach per Email melden.

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Noninvasive Restauration nach dem Genfer Konzept

Von Friedrich Sauer

Noninvasive Restauration

Wenn ich über eine noninvasive Restauration spreche, meine ich keine Non Prep Veneers, sondern ICON! Die Idee, eine Karies zu infiltrieren und zu arretieren, ist gut. Auf einer BuFaTa in Kiel habe ich vor fünf Jahren einen Workshop von den beiden ICON Jungs mitgemacht.

Das Icon Set besteht aus Icon Etch (Salzsäure), Icon dry (Ethanol) und dem Infitrant.

Durch die 5 Jahresdaten, die es gibt, kann man sagen, dass die Kariesinfiltration funktioniert. Jedoch hat Icon ein Problem: es ist eine reine Privatleistung und kann nicht als MKV abgerechnet werden. Dazu kostet ein Set an sich recht viel (pro Set ca. 42 € netto). Alles Dinge, die mich hemmen, Icon öfter zu benutzen.

Es ist aber auch irgendwie schade, dass es keine Icon Alternative gibt bzw. bisher mir keine bekannt war. Es gibt einen ZWP Artikel von Prof. Krecji von 2015 der eine Alternative beschreibt, aber die Überschrift ist mit „Der Zahnarzt ist ein Dienstleister und kein Künstler“ etwas zu allgemein gefasst. Erst auf seinem Genfer Konzept Workshop habe ich gelernt, wie man die Karies ohne Icon infiltrieren kann.

ICON alternative?

Diesen 5er beobachte und fluoridiere ich schon seit einem Jahr. Auf direkten Luftzug zieht es immer noch in diesem Zwischenraum.

Genfer Konzept noninvasive Restauration - initial

 

Das Röntgenbild zeigt eine Schmelzkaries. Hier wirkt es sogar so, alsob diese eingebrochen wäre inklusive Dentinkaries, aber ich glaube, dass das Röntgenbild in diesem Fall übertreibt. Mit Zahnseide und optisch ist kein Einbruch des Schmelzes sichtbar. Für Icon wäre dies eine optimale Indikation, aber ich habe nach dem Genfer Konzept eine nichtinvasive, adhäsive Kompositfüllung angefertigt.

Noninvasive restauration - röntgenbild

Nach Isolation ersetzen zwei Dinge die Icon Salzsäure: ein Aluoxidmetallstreifen und Phosphorsäure. Mit dem Aluoxidstreifen entfernen wir unter dem Kontaktpunkt die Biofilme und die hypermineralisierten oberflächliche Schmelzschicht.

Genfer Konzept noninvasive Restauration - isolation

Die Phosphorsäure bereitet uns den Approximalraum für die Kompositfüllung vor und wird mit Zahnseide aktiviert bzw. einmassiert.

Genfer Konzept noninvasive Restauration - phosphorsäure

Ich finde, dass man auf dem Bild mit der Phosphorsäure aufgrund des Kontrasts gut die Initialläsion sehen kann. Die nächsten Schritte sind die Trocknung des Approximalraums mit Ethanol. Dann lässt man Scotchbond Universal für drei Minuten einwirken und aktiviert es wie bei der Ätzung mit ungewachster Zahnseide. Danach wird mit einen Microapplikator das GC Flow (G-ænial Universal Flo, GC) in den Approximalraum gebracht und mit Zahnseide verteilt. Die Überschüsse werden mit einem neuen Appikator entfernt und die Flowschicht mit einem Luftbläser nochmal ausgedünnt.

Bisher wurde noch keine Lichthärtung durchgeführt! Damit der Approximalraum nicht verblockt, wird ein Metallstreifen in den Zwischenraum gelegt und es erfolgt eine Lichthärtung von 40 Sekunden pro Fläche unter Glyceringel (Inox, Cerkamed).

Nichtinvasive adhäsive Kompositfüllung

Zum Schluss werden mit optischer Vergrösserung die Kompsitüberschüsse entfernt.

Genfer Konzept noninvasive Restauration - vor überschussentfernung

Fazit – Noninvasive Restauration

Wie hoch sind hier die Materialkosten? Im Vergleich zu Icon mit ca. netto 40 € pro Set gering. Wenn ein Universaladhäsiv in der Praxis noch nicht vorhanden ist, muss man dafür 60 € (3M Scotchbond Universal) einplanen. Die empfohlenen GC Metallstrips mit der 1000er Körnung kosten im 12er Pack nochmal 50 € netto. Das Glyceringel Inox 10 €. Phosphorsäure hat man in der Praxis, genauso wie Ethanol, Kofferdam, Appikatoren und Zahnseide. Dadurch, dass es sich hier genau genommen um eine Kompositfüllung handelt, kann man diese auch laut KZV und Kammer Berlin ganz normal als F1 MKV abrechnen. Soweit zu den Vorteilen.

Ein Nachteil, der auch beim Icon vorhanden ist, ist, dass man es auf dem Röntgenbild nicht erkennen kann. Prof Krecji kontrolliert solche approximalen Versiegelungen mit der Diagnocam von Kavo nach bzw. die DH macht dies für Ihn und er vergleicht nur die Fotos. Ein Nachteil gegenüber Icon könnte auch sein, dass man in diesem Konzept immer beide Zwischenräume versiegeln muss. Mit Icon ist man dann selektiver.

Noninvasive Restaurationen können auf jeden Fall den „Redentistry Circle“ verlangsamen und können in jeder Praxis angewendet werden. Ich bin auf jeden Fall begeistert!

Wie geht es weiter?

Ich glaube, man muss ein Video zu diesen nichtinvasiven, adhäsiven Kompositfüllungen produzieren, damit man die einzelnen Schritte richtig versteht. Vielleicht machen wir das ja mal oder es ist vielleicht schon in Arbeit. Seid gespannt!

 

Euer Team von Saure Zaehne

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Caninisierung von Oberkiefer Prämolaren

von Friedrich Sauer

Caninisierung

Habt Ihr mal nach Caninisierung im Internet gesucht? Google glaubt tatsächlich, dass man Kanonisierung meint. Tja, Zahnärzte sind zu speziell für Suchmaschienen. Ich selber habe diesen Begriff auch zuerst vor zwei Jahren bei diesem Video vom Dental Online College  gehört. Es ist ein Mitschnitt von einem APW-Kongress in Heidelberg, bei dem Prof. Frankenberger bei einen frakturierten palatinalen Höcker von einem 14er eine Caninisierung vorgeschlagen hat. Ab Minute 27 wird der Fall besprochen, falls Ihr vorspuhlen wollt. Aus diesem Kongress ist auch eine Buch entstanden: „Mehr Zahnerhaltung“. Ich habe es noch nicht gelesen, es ist aber auf meiner „watchlist“.

Caninisierung – ein Fall

Frakturierte, palatinale Höcker sind zum Glück selten, aber es seit dem Vortrag habe ich ein paar Caninisierungen durchgeführt. Hier ist eine:

Ausgangsansicht von palatinal vor Caninisierung

Ausgangsansicht von palatinal vor Caninisierung

caninisierung-IMG_1404

Ausgangsansicht von okklusal vor Caninisierung

Für mich stellt sich immer nur die Frage, ob der Zahn isolierbar ist. Denn wenn man ihn mit Kofferdam isolieren kann, dann ist er auch restaurierbar.

Füllungs ex vor Caninisierung

Füllungs ex und Isolation mit Brinker B6

caninisierung-IMG_1412

Retraktiongsring, Ligatur und Nik Tone Kofferdam

Die Isolation war hier schwer, eine etwas individualisierte Brinker B6 hat die Restauration dieses Zahns möglich gemacht.

Caninisierung von einem Prämolaren

Caninisierung von einem Prämolaren

Dieses Bild wurde erst ein paar Wochen nach der Behandlung aufgenommen. Palatinal sieht die Gingiva genauso aus wie an den Nachbarzähnen. Die entscheidene Frage ist jetzt, ob der Kontaktpunkt zum 5er auch reicht oder ob doch eine indirekte Restauration nötig ist. Die Wurzelfüllung wurde hier in einem seperaten Termin revidiert und ein Glasfaserstift in den bukkalen Kanal zementiert.

Fazit – Zahnumformung von Prämolar zu Canini/Eckzähnen

Die Indikation ist zum Glück selten. Als Zahnarzt ist man immer bestrebt, solch einen frakturierten Höcker wieder aufzubauen, aber genau genommen ist dies gar nicht nötig. Auf diese Weise hat man wahrscheinlich eher ein höheres Risiko für eine erneute Fraktur an dieser Stelle, oder? Was meint Ihr?

 

Euer Team von Saure Zaehne

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Komposit Veneer mit drei Jahres Recall von Alexey Varlamov

von Friedrich Sauer

Alexey Varlamov

Bei Facebook gibt es immer wieder gute Fälle, die von Zahnärzten gepostet werden. Dieser ist überdurchschnittlich gut! Direkte Freihandkompositveneers inklusive eines drei Jahresrecalls! Man muss dazu wissen, dass es bei „SI“ kaum Fälle mit Recalls gibt. Aber schaut Euch erstmal das Video an:

Der Zahnarzt dahinter

Der Fall ist von Alexey Varlamov, einem Zahnarzt aus Kasachstan, der mir bisher bei Facebook nocht nicht aufgefallen ist. Wenn Ihr bei „FB“ seid, dann schaut mal in das Foto-Album rein.

 

Fazit

Ich finde diesen Fall sehr inspirierend und er macht Lust auf mehr zum Thema Kompositveneer. Zufälligerweise hat das Dental Online College in seinem Newsletter eine Kompositveneer-Reihe beworben. Das erste Video ist legendlich ein sieben minütiger Teaser. Ich bin gespannt, wie das wird. Denn wer die Kompositfälle von Style Italiano kennt, ist quasi optisch schon sehr Komposit verwöhnt. Alleine schon der Nik Tone Kofferdam in blau macht jedes klinische Foto nochmal ansehnlicher. Leider ist dieser Kofferdam in Deutschland nicht erhältlich. Ich hoffe, das ändert sich bald.

Bis dahin, Euer Team von SaureZaehne.de

PS: Im Blog hatten wir sogar einmal ein Bild von einem fehlgeschlagenen Keramikveneer, aber das ist eher etwas für einen seperaten Blogpost.

Brinker B4

fehlgeschlagenes Keramik Veneer

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