Webinarwoche – Esthetic Masters und mein Samstagshighlight

Esthetic Masters 2017

Ich schaue diese Woche, immer wenn ich kann, in den Online Esthetic Master rein.

Es ging los mit Stephane Browet am Montag. Ich habe den Vortrag nicht komplett sehen können, aber es war für mich nur eine Wiederholung vom Kofferdamworkshop mit ihm. Sehr gut fand ich den Vortrag von Francesca Vailati. Ich muss einen Kurs bei ihr besuchen, denn dieser „3 STEP technique and the ADDITIVE approach“ ist spannend. Auch Howie Gluckman war gut. „Partial Extraction Therapies“ klingt zwar etwas nach intentioneller Replantation, aber Howie ist ein Parodontologe und es geht um Implantate. Also es wird bewusst der bukkale Anteil des zu extrahierenden Zahns belassen, damit dort keine Resorption auftritt. Wahrscheinlich ein ähnliches Prinzip wie beim Neumayer TMC. Mich würde mal interessieren, wer das in Deutschland überhaupt macht.

 

Alles Kostenlos

Der Kongress selber ist kostenlos und selbst die Referenten bekommen kein Geld für die Vorträge. Es ist eine kostenlose Marketingaktion für den jeweiligen Referenten, um auf seine Kurse aufmerksam zu machen. Daher habe ich mir Coachman auch gleich gespart. Der Kongress selber finanziert sich über einen Premiumzugang für 200 €. Man kann sich für ein Jahr lang alle Vorträge nochmal anschauen. Sicher wird es auch, wie beim zweiten International Endo Master, eine Option geben, für weitere 50 € den Zugang zum letzten Master zu bekommen. Ich habe mir damals beim Endo Master einen Zugang gekauft und den ersten Esthetic Master dazu, primär um diese Projekte zu unterstützen. Aber ich gebe zu, dass ich den Esthetic Master vom Inhalt eher schwach fand und werde mir dieses Mal eher dreimal überlegen, ob ich da mitmache.

 

Samstag Highlight

Der Kongress geht bis Samstag, aber mein persönliches Webinarhighlight am Samstag ist endodontisch.

Mark Frater hält ein Webinar mit den Titel: „Adhesive monoblock restorations in root canal treated teeth – fiction or reality?
Der Titel klingt etwas gewagt – es geht um FRC, also Glasfaserkomposite im Postendobereich. Sehr Spannend! Ich persönlich glaube, dass die FRC komplett unterschätzt werden in Deutschland.

Wie geht es weiter?

Nach dem Webinar am Samstag um 11 Uhr? Da kommt der nächste Podcast!

Seid gespannt. Euer Team von Saure Zähne

Star Wars und PIPS

Hawi hat das Video schon bei Wurzelspitze hochgeladen, aber es ist einfach zu gut um es nicht zu „teilen“.

PIPS war übrigens gestern, heute hat es schon wieder einen andren Namen.

Extraktion bei einem Bären

Der zahnmedizinische Alltag hält doch auch mal die ein oder andere Überraschung bereit.

Bei einer geplanten Behandlung von zwei Braunbären durch das IZW im Wildpark Johannesmühle erreichte uns die Anfrage, unterstützend bei den Zahnextraktionen mitzuwirken. Geplant war die Extraktion von zwei Eckzähnen und ggf. ein paar Inzisivi. Behandelt wurde in einem Feldlazarett im Wildpark.

Der Eckzahn war nur mittels umfangreicher Osteotomie und chirurgischem Hammer und Meißel zu lockern. Es dauerte ungefähr eine bis eineinhalb Stunden, den Eckzahn zu entfernen. Es konnte daher auch nur ein Eckzahn und Frontzahn entfernt werden.
Der entfernte Eckzahn hatte eine Länge von 5,5 cm.

Es war ein sehr spannender Einblick in die Wildtiermedizin. Viele Bären in Osteuropa benötigen nach schlechter Haltung und Ernährung dringend medizinische und zahnmedizinische Behandlung. Einige werden in deutschen Wildparks untergebracht und behandelt, andere werden in Osteuropa von veterinär- und zahnmedizinischen Teams betreut. Organisiert und unterstützt werden die Reiseteams von Vier Pfoten Deutschland.

Podcast #5 – Pulpotomie von bleibenden Zähnen nach dem Konzept der Vitalen Pulpa Therapie

Pulpotomie von bleibenden Zähnen

Pulpotomie von bleibenden Zähnen ist eines der Lieblingsthemen von mir. Da Jöran gerade sehr mit seiner Dokterarbeit beschäftigt ist, nutze ich diese Gelegeheit einmal, alleine über dieses Thema zu sprechen. Ohne Bilder über Pulpotomie von bleibenden Zähnen zu sprechen, ist natürlich eine Herausforderung, aber man kann es ja mal probieren.

Ich spreche über das Behandlungsprotokoll, Blutstillung, Studien, Abrechnung und über verschiedene MTA Preise.

Podcast Download

Wenn ihr den Podcast herunterladen wollt, dann bitte hier.

Oder ihr klickt einfach hier, um auf die Podcastseite zu kommen.

Wie geht es weiter?

Ich bin mal gespannt, wie Ihr diese Solo-Episode findet, mal sehen was für Fragen und Kommentare kommen.
Viel Spass!

 

Euer Team vom Saurezaehne Zahnarzt Blog und Generation Z Podcast

 

PS: Die IDS steht vor der Tür, ich werde da sein.

1/2 Jahr Ritter – ein Fazit

Im Sommer 2016 entschieden sich mein Kollege und ich, uns zwei neue Ritter Behandlungseinheiten zuzulegen. Nach ca. 6 Monaten versuche ich mal ein Fazit zu ziehen. Für mich persönlich war eine Marke „Made in Germany“ ein Muss. Somit bin ich bin dem Preis von 30.000 € mit Einbau, gewissen Extras, wie chirurgischer Kühlung, Satelec Ultraschall usw. relativ zufrieden.

Fangen wir mal den positiven Sachen an:

  • Viel aus Metall, wenig Plastik
  • viel Beinfreiheit für Behandler und Assistenz
  • sehr gutes, helles Licht
  • Motor mit integrierter Endofunktion mit Torque und Autoreverse
  • chirurgische Kochsalzpumpe kann zugeschaltet werden
  • übersichtliches Bedienpanel
  • Ultraschall mit Paro- und Endofunktion
  • Bottlesystem, welches per Schalter auf Netz geschaltet werden kann
  • Der Suktor ist abknickbar

 

Negatives:

  • Speibecken fährt in der Patientenhöhe nicht mit. Man muss den Patienten zum Ausspülen extra hoch und zum Aussteigen runter fahren.
  • Spülbecher wird aus dem Bottlesystem gefüllt.
  • Das Dentopräp passt nicht mehr in die Turbinenhalterung und blockiert damit nicht die Lichtschranke.
  • Der Schlauch für den Speichelzieher wird bei chirurgischen Saugern schnell porös
  • Wir haben für beide Einheiten verschiedene Ansätze für den Speichelzieher bekommen!!?
  • Die Siebe des Speichelziehers und Suktor sind unglaublich schwer und ungünstig angebracht. Es ist sehr schwierig, diese zu tauschen und dabei nicht noch zusätzlich zu beschädigen.
  • die Sicherheitsschranken behindern ein Arbeiten für einen Behandler alleine. Das Assistenzelement muss sehr weit vom Stuhl weg geschoben werden um die Sicherheitssperre zu lösen und so den Stuhl hoch fahren zu können.

Fazit:

Zusammenfassen sind die Behandlungseinheiten im Preis-Leistungsverhältnis ganz passabel. Die Zfa sollte jedoch etwas beweglich und fein-motorisch sein. Für die Zahnreinigung mit nur einem Behandler müsste man die Sicherheitsschranken zum Teil ausschalten, um so entspannt arbeiten zu können.

Neues von Kickstarter. Wingbrush!

Wingbrush von Kickstarter!

Wieder eine Interdentalbürste, aber dieses Mal ist sie aus Deutschland. Drei junge Studenten, darunter ein Zahnmedizinstudent haben das Unternehmen Luoro gegründet und revolutionieren den Zahnreinigungsmarkt mit der Wingbrush.

Wie genau funktioniert das Reinigungsprinzip?
„Dem Prinzip einer Munddusche nachempfunden, legt sich der Interdentalfühler ins interdentale Dreieck, gebildet aus zwei Zähnen und dem Zahnfleisch. Der Fühler ist mit einem elastischen Material ummantelt und garantiert eine schonende Reinigung. Erst bei korrekter Position der Wingbrush wird die Interdentalbürste aktiviert.
Die Bürste wird durch ein Zusammendrücken der Schenkel – ähnlich einer Pinzette – durch den Fühler und die Zähne geschoben und reinigt die Interdentalräume. Durch die Führung des Drahts im perfekten 90-Grad-Winkel wird ein mögliches Umknicken der Interdentalbürste verhindert. Außerdem ist die Bürste von beiden Seiten der Zähne nutzbar, kann also oral oder vestibulär an den Zahn angesetzt werden. Die orale Benutzung einer herkömmlichen Interdentalbürste ist nur schwer möglich.“

Wingbrush

Wingbrush

wingbrush interdentalbürste

Wingbrush

Wingbrush ist mit über 12.500 Unterstützern und schon lange finanziert. Ein Starter-Set ist für 12 € zu haben.

Fazit:

Das System macht einen sehr simplen, aber effektiven Eindruck. Mehrere austauschbare Köpfe mit verschiedenen Durchmessern sind, wie bei allen gängigen Interdentalbürsten, zu erhalten und können schnell und einfach ausgetauscht werden. Der lange Griff lässt die Anwendung auch in den hintersten Winkeln der Futterluke zu und verspricht eine schnelle Reinigung. Wir werden das Projekt selbstverständlich unterstützen und ausprobieren.

Welche ist denn nun die bessere Zahnbürste?

Die große Frage bei den elektischen Zahnbürsten ist und bleibt ja Schall-Zahnbürste oder schwingende Zahnbürste? Oral B oder Philips Sonicare?

Da mich regelmäßig Patienten fragen, welche Zahnbürste denn nun besser wäre und welche sie kaufen sollen, befasste ich mich nun mal mehr mit der Thematik. Denn bisher konnte ich diese Frage nicht beantworten.

Wenn man dazu Pubmed befragt, stößt man auf einige Studien:

Studie von 2015: Whole mouth, gingival margin, and approximal plaque reductions were 27.7%, 46.8%, and 29.3% greater, respectively, compared with the sonic brush, while the reductions in gingivitis, gingival bleeding, and number of bleeding sites were 34.6%, 36.4%, and 36.1% greater, respectively, for the O-R brush than for the sonic brush

Studie von 2007: Oral-B Triumph was statistically significantly (p < 0.001) more effective in plaque removal than Sonicare Elite 7300 with the full-size brush head: whole mouth = 24% better, marginal = 31% better, approximal = 21% better. In Study 2, Oral-B Triumph was statistically significantly (p < 0.001) more effective than Sonicare Elite 7300 with the compact brush head: whole mouth = 12.2% better, marginal = 14.6% better, approximal = 12% better.

Studie von 2008: The Triumph toothbrush provided statistically significantly more plaque reduction that was 23.9% greater than the Ultreo toothbrush

Studie von 2014: At Week 12, the O-R brush demonstrated significantly greater reductions than the sonic brush in whole mouth gingivitis measures (p = 0.007). Additionally, the O-R brush presented significantly fewer bleeding sites (p < 0.007) and significantly greater reductions in whole mouth plaque measures (p < or = 0.035) at Weeks 6 and 12 versus the sonic brush. The benefit for the O-R brush versus the sonic brush at Week 12 was 11.7% for gingivitis, 19.8% for number of bleeding sites, and 12.2% for whole mouth plaque.

So einfach ist es also. Alle Studien beweisen eine bessere Plaquereduktion und weniger Blutungen bei Benutzung der Oral B-Zahnbürsten. Kann ich das jetzt bedenklos weiterempfehlen?

Sucht man etwas weiter, findet man neben den Abstracts auch die kompletten Studien bei Google. Da muss man nun leider feststellen, dass alle Studien von Procter & Gamble Company unterstützt wurden. Ich konnte bisher keine unabhängige Studie zu diesem Thema finden, was einen sehr faden Beigeschmack hinterlässt.

 

 

Erpresservirus macht Unternehmen das Leben schwer

Aktuell ist der Virus Cerber3 im Umlauf und macht Zahn- und Arztpraxen das Leben schwer.

Wie wird der Virus verschickt?

Der Virus wird per Email in Form eines Anhanges verschickt. Die Empfänger bekommen eine Bewerbungsemail mit dem Inhalt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie meine Bewerbung für Ihre in der Jobbörse ausgeschriebenen Stelle. Warum ich die Stelle optimal ausfüllen kann und Ihrem Unternehmen durch meine Erfahrung zahlreiche Vorteile biete, entnehmen Sie bitte meinen ausführlichen und angehängten Bewerbungsunterlagen.

Ich freue mich, wenn ich mich Ihnen noch einmal persönlich vorstellen kann.

Mit freundlichen Grüßen,
***

Im Anhang befindet sich eine Bild- und Zipdatei. Sobald man auf die Zipdatei klickt, ist der Computer mit dem Virus infiziert. Das gilt leider auch für alle weiteren eingebundenen Laufwerke.

Im Anschluss werden alle Dateien im Hintergrund verschlüsselt und heißen dann ***.Cerber3. Das Hintergrundbild wird geändert und in jedem Ordner entstehen Text- und HTML-Dateien mit genauen Anweisungen.

Was ist alles von dem Virus betroffen?

Der Virus verschlüsselt alle persönlichen Dateien, wie Bild-, Video-, Dokumentdateien und viele mehr. Das betraf in unserem Fall auch sämtliche Röntgenbilder, da diese von DBSWin im JPG-Format gespeichert werden. Die Zahnarztsoftware Z1 liess sich auch nicht mehr starten.

Kann man die Daten wiederherstellen oder entschlüsseln?

Alle Wiederherstellungspunkte von Windows sowie die Vorgängerversionen der Dateien werden gelöscht, somit lässt sich das System auch nicht auf den Zustand vor der Virusattacke zurücksetzen. Diverse Recoveryprogramme waren bei uns nicht erfolgreich, und es besteht eher die Gefahr, die verschlüsselten Dateien zu beschädigen.

Entschlüsselungsprogramme, die es z.B. von Kaspersky für andere ähnliche Viren gab, sind bisher nicht vorhanden. Sollte man seine Daten also nicht zeitnah brauchen, kann man auch abwarten, ob jemand einen Decrypter programmiert.

Die einzige Hilfe ist ein vollständiges Backup der wichtigen Dateien, welches man nach der Entfernung des Virus wieder aufspielt.

Wie kann ich den Virus entfernen?

Das Programm Malwarebytes ist in der Lage das Programm zu entfernen. Andere Antivirenprogramme waren bei uns nicht erfolgreich.

Wie bekomme ich meine Daten ohne Backup zurück?

Sollte man kein aktuelles Backup besitzen, bleiben einem nicht viele Möglichkeiten übrig. Entweder man verzichtet auf alle Daten oder man folgt den Anweisungen in der Textdatei. In dieser steht auch ein persönlicher Link und weitere Anweisungen. Offiziell wird von allen Seiten von der Zahlung abgeraten, jedoch verliert man so garantiert alle Daten.

In der Anweisung wird dann erklärt wie man im Internet eine spezielle Währung (BitCoins) kauft und diese auf ein bestimmtes Konto überweist. Leider ist es doch etwas mühselig die 2 BitCoins zu bekommen. 1 BitCoin kostet je nach Kurs 520-570 € (Stand September 2016) und die Gebühren von 0,05 BitCoins für die Überweisungen darf man nicht vergessen.

Hat man die Summe erfolgreich überwiesen, kann man sich auf der hinterlegten Internetseite einen Decrypter herunterladen und hat mehrere Stunden nach dessen Ausführung alle seine Daten zurück.

Grüße
Euer Saurezähne – Team

Das Nervengift Fluorid?

Auf sehr unterhaltsamen Internetseiten und Blogs kann man ja immer wieder lesen, dass Fluorid so gifitg wie Zyankali ist. Auch ein Komplott der Abfallwirtschaft und Industrie ist demnach denkbar.

Ich glaube den meisten Zahn- und Humanmedizinern ist die positive Wirkung von Fluroiden bewusst, leider gibt es aber immer wieder große Diskussionen und sinnfreie Behauptungen. Es ist richtig und bekannt, dass man eine ganze Packu ng Elmex Gelee (38 g) nicht auf einmal zu sich nehmen sollte, da die Menge an Fluorid dann eine toxische Dosis darstellt. Aber es ist wie bei den meisten Substanzen: Die Dosis macht das Gift. Auch Kalium, ein essentieller Mineralstoff für unseren Körper, ist in einer hohen Dosis toxisch und kann zum Tode führen.

Nun konnte aber eine neuseeländische Studie aus Dunedin mal wieder eine dieser doch so sicheren Hypothesen widerlegen.

Community water fluoridation and intelligence: Prospective Study in New Zealand

Objectives.This study aimed to clarify the relationship between community water fluoridation (CWF) and IQ. Methods. We conducted a prospective study of a general population sample of those born in Dunedin, New Zealand, between April 1, 1972, and March 30, 1973 (95.4% retention of cohort after 38 years of prospective follow-up). Residence in a CWF area, use of fluoride dentifrice and intake of 0.5-milligram fluoride tablets were assessed in early life (prior to age 5 years); we assessed IQ repeatedly between ages 7 to 13 years and at age 38 years. Results. No significant differences in IQ because of fluoride exposure were noted. These findings held after adjusting for potential confounding variables, including sex, socioeconomic status, breastfeeding, and birth weight (as well as educational attainment for adult IQ outcomes). Conclusions. These findings do not support the assertion that fluoride in the context of CWF programs is neurotoxic. Associations between very high fluoride exposure and low IQ reported in previous studies may have been affected by confounding, particularly by urban or rural status.

Demnach kann die Behauptung, dass Fluoirde neurotoxisch sind oder zu einer verminderten Intelligenz führen, nicht bestätigt werden.
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